Dienstag, 16. September 2014

Kleines Fußball-ABC – Heute „P“ wie „Prognose“

Prognose, die (f), Pl: die, -n. Als Prognose bezeichnet man den saisonbegleitenden auf- und abschwellenden Meinungsstrom, der den Ausgang  bzw. weiteren  Verlauf der laufenden Saison vorher sagt und/oder → Befürchtungen  → Mahnungen und → Bedenken oder → Erwartungen, → euphorischen Überschwang  und → Hoffnungen  zum Ausdruck bringt oder verdichtet.

Bereits bevor der erste Ball getreten ist,  formieren sich die  Prognosefronten, die eine grundsätzlich → optimistische oder eine grundsätzlich → pessimistische Ausrichtung haben. Die Entscheidung für eine →optimistische  oder →pessimistische  Ausrichtung  hängt  weniger von der Sachlage als vom Naturell und der Positionierung des Prognostikers ab.Übermäßig →pessimistische und übermäßig →optimistische Prognosen sind mithin kein Widerspruch, sondern zwei Seiten ein und derselben Medaille. Vgl. hierzu auch:  → Komplementärprognosen

Sollte die →pessimistische bzw. →optimistische Prognose von der tatsächlichen Entwicklung überholt werden,  wird dies sowohl von pessimistischer wie von optimistischer Seite als Bestätigung der eigenen Haltung empfunden. Bsp.:  1) Positive Entwicklung bei pessimistischer Prognose „Dann haben sie also doch noch irgendwie die Kurve gekriegt…“ Bsp. 2) Negative Entwicklung bei optimistischer Prognose: „Das war so nicht abzusehen…“ „Mehr war sowieso nicht drin…“

Montag, 15. September 2014

Auweia

Das war kein schöner Nachmittag gestern im Waldstadion. Im Gegenteil: Nach dem Abpfiff ging es mir schlecht. Also: So richtig schlecht - so, dass ich mich selbst gefragt habe, warum um des Himmels willen, ich gar so niedergeschmettert bin. Zusammengesunken sitze  ich auf meinem Platz, fast wie gelähmt. Stiere minutenlang vor mich hin, rappele mich mühsam hoch und stapfe mit müden Schritten zum Ausgang, die Beine schwer wie Blei.

Niederlagen sind nie schön. Zuhause schon zweimal nicht. Aber am dritten Spieltag sollte man sie noch einigermaßen verkraften können. Vier Punkte haben wir nach drei Spielen ja schon, immerhin. Eine 0:1  Heimniederlage gegen eine körperlich robuste, gut eingestellte Augsburger Mannschaft und gegen einen indisponierten Schiedsrichter – das kann einem ja nicht so aus den Schuhen hauen.  Und doch. Irgendwie scheint das Maß der Enttäuschung mit der Einstellung zusammen zu hängen, mit der man ins Spiel geht.

Schwenk zurück auf den Sonntagmorgen:  

Donnerstag, 11. September 2014

Rotundschwarze Schnipsel (25. August bis 10. September - von Freiburg bis kurz vor Augsburg)

Sonntag, 25. August
Die Eintracht ist ohne Meier und Zambrano in der Startformation, aber mit einem Sieg gegen Freiburg in die Saison gestartet. Ich freu mich über den an der Seitenlinie rotierenden Thomas Schaaf, sehe, dass noch nicht alles rund läuft, aber entdecke jede Menge positive Ansätze, bin zuversichtlich und gespannt. Im Netz überwiegt die Skepsis. War ja klar! Das, was wir jetzt ernten, ist  das Ergebnis eines heimtückischen Offensivfußballverhinderungs-Mutigetrainerabwehr-Talenteverschleuderungs-und-die-Eintracht-auf-Ewigkeiten-widerstands-und-systemlos-im-Tabellenniemandsland-Dahindümpelmechanismusses. Das haben wir jetzt davon. Drei Punkte zum Saisonauftakt. Bah.

KABS -  das klingt wie die Abkürzung für eine militante Einsatzgruppe und so ähnlich ist es auch. Die Abkürzung steht für “ Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“  Die KABS hat in diesem Jahr bereits über drei Billionen Schnakenlarven getötet. Besonders aggressiv sind die neu hinzugekommen, ausländischen Sorten: Die japanische Tigermücke und der Buschmoskito. Ruf in der hereinbrechenden  rheinhessischen Dämmerung: „Mach die Fenster zu, die Japaner kommen.“

Samstag, 23. August 2014

Saison 2014/15: Ausgerechnet!

Startschuss für die Bundesliga-Saison 2014/15. In ein paar Stunden ist es so weit und die Eintracht trifft im Waldstadion auf den Freiburger SC. Solltet ihr so etwas wie Vorfreude oder Hibbelischkeit empfinden – ha, dann kann ich euch den Wind gleich aus den Segeln nehmen. Statistisch steht nämlich schon fest, wo wir am Ende der Saison landen werden. Heribert Bruchhagen hat es vorgerechnet: Einfach die Platzierungen der letzten 5 Spielzeiten addieren, durch fünf teilen und – voilà – wir stehen da, wo wir hingehören: Ungefähr Platz 11. Ganz ohne Chichi. 

Mit den Statistiken ist das so eine Sache.  Man kann praktisch alles beweisen, wenn man es nur will. Pendler – so habe ich diese Woche gelesen – sind, wenn man den Bodymass-Index ins Verhältnis zur regelmäßigen Nutzung von Bussen und Bahnen setzt – im Durchschnitt dünner als Menschen, die mit dem Auto zur Arbeit fahren.Das ist eine hochinteressante und praktische Entdeckung, die vielleicht künftig dabei helfen wird, den Platzbedarf in der S-Bahn neu zu kalkulieren und die Transportleistungsdichte zu verbessern. „Schlank, gesund und umweltbewusst“ könnte zum neuen Slogan der Bahn werden. Unpünktlichkeit? So what – das macht schlank. Und wenn dann noch ein kurzer Sprint dazu kommt, um die Anschlussbahn zu erreichen? Umso besser: Noch mehr Stress beim Pendeln = Noch dünnere Fährgäste = wo bisher zwei Menschen sitzen, können künftig drei sitzen. Und die Krankenkassen können ihre Kosten senken.Was hat das aber mit der Eintracht zu tun? 

Samstag, 16. August 2014

Über den Herbst in den Sommer

Der Herbst ist an diesem Wochenende ein Thema. Und was für das Wetter hoffentlich nur vorübergehend gilt, wird beim Pokalspiel der Eintracht in Berlin zur Gewissheit. Die Eintracht muss erst mal den Herbst (und seine Viktoria) schlagen, um am nächsten Samstag zum Bundesligastart gegen Freiburg wieder im Sommer und am Ende vielleicht sogar in der…ähem…Championsleague – huhu Takashi – zu landen. Dass es manchmal auch ganz anders kommen kann, als man denkt (→ Pokal, eigene Gesetze)  haben wir ja gestern Abend bei den 05ern aus Mainz gesehen. Wutsch, weg waren sie. Es ist erst einige Wochen her, da hat halb Frankfurt zähneknirschend und hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand fast ein bisschen neidisch nach Mainz geschielt. Alles ging bei denen schneller: die Trainersuche, die Neuverpflichtungen. Und jetzt halt auch das Ausscheiden aus dem Europacup und aus dem Pokal. Logisch, eigentlich.

Und sonst?

Dienstag, 12. August 2014

Die Kirche im Dorf? Papperlapapp.

Also eigentlich gehöre ich eher zur „Lass den Heribert, der ist halt wie er ist und irgendwie ist das doch auch ganz lustig“ – Fraktion. Am Sonntag, im Interview in der Halbzeitpause des Spiels gegen Inter Mailand, bin ich jetzt aber doch beinahe vom Glauben abgefallen. Du liebes bisje. Was geht in dem Mann bloß vor? Gerade habe ich mich noch darüber aufgeregt, dass Thomas Berthold den Eintracht-Scouts den guten Rat gibt, sich mehr in Südamerika umzusehen, zum Beispiel in Costa Rica. (Ach? Echt? Costa Rica? Ob er diesen Tipp wohl auch schon vor der WM parat gehabt hätte?) Aber Heribert Bruchhagen wird noch für weitere Höhepunkte sorgen. War es ein gutes Gefühl mit Marc Stendera endlich mal wieder einen Eintracht-Spieler als Europameister zu ehren?  Ralf Scholt traut sich tatsächlich unserem Vorstandsvorsitzenden eine dermaßen absurde Frage zu stellen. Ehren? Was heißt hier ehren. Da muss man die Kirche doch im Dorf lassen. Ein Schulterklopfen, ein Blumenstrauß. Mehr nicht. Was hat er denn schon erreicht? U19-Europameister? Pah. Okay, okay, lenkt Ralf Scholt ein. Man muss sich ja nicht gleich vor Euphorie überschlagen. Aber so ganz schlecht ist U19-Europameister ja auch nicht… Ach was. Der muss jetzt erst mal zeigen, ob er was kann. Die Bundesliga ist ein ganz anderes Pflaster. Alles klar. Okay. Anderes Thema: Wie ist es denn mit dem neuen Trainer. Ist es nicht bemerkenswert, wie engagiert er an der Seitenlinie coacht und bei der Sache ist? Ach was. Papperlapapp. Ein Trainer wie alle anderen. Alle unsere Trainer waren engagiert. Schon immer.   Ei verdammt, steht im Gesicht von Scholt geschrieben. Was frag ich bloß?  Er hebt an: Und… ähem… die Neuzugänge… das…ähem… das sah doch schon ganz gut aus… von wegen Dynamik in der Spitze....ähem…?  Papperlapapp. Hat doch nichts zu sagen. Testspiele ohne Aussagekraft. Ist mir sowieso unverständlich wie wir das gemacht haben, drei Tore zu schießen.   Na dann. Ist ja schon gut, Herr Bruchhagen. Tschuldigung, dass wir sie mit unseren dummen Fragen und einem Hauch von Euphorie belästigt haben.

Schnitt.

Montag, 28. Juli 2014

Testspiel in Sandhausen: Mit Überzeugung im Spiel

Wenn man der Berichterstattung der letzten Tage und Wochen gefolgt ist, konnte man ja durchaus seine Zweifel haben. Die gute Nachricht deswegen gleich vorab: Eintracht Frankfurt hat eine Mannschaft. Tatsächlich und wahrhaftig und das, was sie da auf dem Platz macht, sieht gar nicht so schlecht aus.

Für mich gibt es in jedem Jahr diesen einen Zeitpunkt in der Saisonvorbereitung, da muss ich selbst etwas sehen. Merkwürdig fern das alles, was da täglich durch Netz twittert, kommentiert, berichtet und gepostet wird. Fußball. Nach Sandhausen? Auf geht’s.

Am Horizont: Stadion in Sicht
Ich könnte euch jetzt erzählen wie die Anfahrt war (heiß und schwül), wo wir geparkt haben (in einem Spargelacker), wie die Sandhausener so sind (unglaublich pfälzisch, nett und witzig),  wie man das Stadion findet (ähnlich wie das kleine Schnitzel unter dem Salatblatt: am Ende doch) und wie unglaublich köstlich eine kalte Apfelschorle schmecken kann – aber ich bin sicher, dass euch hier und jetzt besonders interessiert wie das Spiel gelaufen ist. Deswegen ohne große Umschweife ein paar Betrachtungen: