Samstag, 6. Februar 2016

Apfelbäumchen

Heute also gegen den VFB Stuttgart. Ein guter Freund, der hier bei uns im Ort wohnt, aber beruflich am anderen Ende der Republik tätig ist, hat mir neulich mal erzählt, dass er gerne bei mir im Block vorbeischaut,  weil "du immer so schön über das Wetter schreibst". Dann will ich ihn also auch heute nicht enttäuschen: Gestern hat es den ganzen Tag geregnet, heute ist es trüb, ab und zu blitzt die Sonne durch, die ersten Vögel zwitschern, Krokusse blühen, ein Hauch von Frühling. Temperatur: Um die zehn Grad.

Keine Ahnung, wann das angefangen hat, aber seit einigen Tagen habe ich kein Magengrimmen mehr, wenn ich an die Eintracht denke, sondern ein leichtes Lächeln im Gesicht. Ich könnte nicht mal sagen, warum. Liegt es daran, dass wir  - vollkommen unerwartet - in der Rückrunde bereits vier Punkte geholt haben? War es der Moment, in dem Daniel Hartwich aus dem Dschungelcamp Alex-Meier-Fußballgott gegrüßt hat? War es die gruselige Außendarstellung der Eintracht bei der vorübergehenden Schließung des Eintracht-Forums? Die überraschenden (find ich gut!) Chaos-Einkäufe kurz vor Ladenschluss am Montag? Wahrscheinlich nichts von alledem und ich bin einfach einmal mehr an einem "Warum soll ich mich aufregen, nützt ja nix, ich werde trotzdem ein Apfelbäumchen pflanzen"-Punkt angelangt, weil: An der Lage an sich hat sich aufs Ganze gesehen ja eigentlich nix geändert hat. Irgendwie hängt immer noch der (in den letzten Tagen medial sehr präsente) Fredi Bobic unheilvoll im Raum. Armin Veh ist zwar seit dieser Woche ein Jahr älter, bleibt aber (das hat er mit Mainz gemeinsam) Veh. Ob er auch singt und lacht, entzieht sich meiner Kenntnis. Wir haben kein Konzept (zumindest keines, das ich erkennen kann), erobern aber weiterhin den asiatischen Markt. Die Aussichten für die nähere Zukunft sind uneindeutig bis bedrohlich - letzteres gilt auch für unseren heutigen Gegner.

Samstag, 30. Januar 2016

Stürmisch

Heute also: Auswärts in Augsburg. Draußen ist es stürmisch. Die deutsche Handballnationalmannschaft ist ins Finale der Europameisterschaft  gestürmt. Angelique Kerber hat bei den Australian Open im Sturm den Titel geholt, mit wem, was oder ob überhaupt die Eintracht heute in Augsburg stürmen wird, steht dagegen in den Sternen. Haris Seferovic, den alle bis vor kurzem für einen netten Kerl und eifrigen Fußballer mit Hang zum Selfie hielten, ist von jetzt auf nachher zum selbstsüchtigen, unbeherrschten Burschen geworden, auf den wir gut und gerne verzichten können. Soll er doch gehen, nach Genua, soll er doch. Unser Trainer wird schon wissen, was er tut. Wie er uns ja auch noch einmal bestätigt hat, dass er weiß, dass Makoto Hasebe auf der 6 besser ist, ihn aber trotzdem hinten rechts spielen lässt, obwohl es auch sein kann, dass Timothy Chandler im Aufgebot ist. Oder dass "Iggi" spielt. (Kinsombi jedenfalls sicher nicht).

Sonntag, 24. Januar 2016

Voll auf Kurs. Oder so ähnlich.

Jetzt also: Rückrundenstart gegen Wolfsburg. Rechtzeitig hat sich das Wetter von "eiskalt" auf "nass und eklig" umgestellt. Also kein Vergleich mit einem anderen Winterspiel gegen Wolfsburg in der Saison 2009/10, damals das letzte Spiel der Hinrunde, minus 15 Grad, die mein Mit -Adler tapfer und fast klaglos ohne Handschuhe, Schal und Mütze durchkämpft hat. Das war heftig und endete mit 2:2. Ohnehin ein Ergebnis, das (so kommt es mir vor) gegen Wolfsburg fast so was wie ein Standard ist. Ehrlich gesagt: Das würde ich heute auch nehmen.

Wie ist die Lage? Wenn ich alles richtig verstanden habe, so:

Dienstag, 19. Januar 2016

Ab ins Trainingslager

Abu Dhabi. Sonne. 25 Grad. Ein lindes Lüftchen. Das waren die Rahmenbedingungen, unter denen die Mannschaft der Eintracht sich, unterstützt durch eine mehrhundertköpfige Fachdelegation auf die Rückrunde vorbereitet hat. Wer denkt an uns Fans? Schließlich wollen auch wir physisch und psychisch optimal vorbereitet sein, auf das, was kommt – was immer das sein wird.

Hier mein persönliches Fitnessprogramm zur Vorbereitung auf die Rückrunde – Nachahmung wird dringend empfohlen.

Freitag, 8. Januar 2016

Auf und nieder immer wieder

Das neue Jahr hat wieder Fahrt aufgenommen - nicht nur fußballerisch sondern mit all den merkwürdigen und unerfreulichen  Dingen, die uns im letzten Jahr bereits beschäftigt haben.

Auch bei der Eintracht wird schon längst wieder trainiert, diskutiert,  ja, es wird sogar bereits wieder mit langjähriger Erfahrung verschmitzt gegrinst. Alle sind sie wieder da - zum Teil mit neuer Besetzung, aber in der bekannten Rolle: der hochkarätige Hoffnungsträger, der sich erst noch ans Tempo gewöhnen muss. Der alte Fahrensmann, der als Schnäppchen geholt wurde und der Mannschaft gut tut. Die Leistungsträger, die außer Form waren und jetzt endlich wieder an alte Leistungsstärke anknüpfen. Das hoffnungsvolle Nachwuchstalent, das den Verein verlässt und andernorts sein Glück sucht. Die Führungsentourage, die wahlweise in der Lobby des Luxushotels oder unterm Sonnenschirm sitzt, Espresso oder (je nach Tageszeit) Rotwein trinkt und wertvolle Kontakte in die Region knüpft.

Da ist auch wieder der Berg des Grauens. Da sind die Wolkenkratzer. Das Training ist (anders als im Sommer) intensiv, die Trainingsbedingungen sind optimal, die gezeigten Trainingsleistungen geben Anlass zu Optimismus. Und über allem scheint die abbudabbische Sonne.

Die Fäden für das Eintracht-Narrativ der Rückrunde sind gespannt. Auch rotundschwarz wird sie wieder mitspinnen.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Pssst....

Tatsächlich dann auch in diesem Jahr wieder: Irgendwann kommt der Moment, da wird die Welt still. Noch einmal brummt das Smartphone von Bruno Hübner. Er greift in seine Jackentasche, liest und grinst leise vor sich hin. Yep, der große Transfercoup, an dem er bis zur letzten Minute gebastelt hat, wird klappen. Heribert Bruchhagen blättert bereits fasziniert in dem nagelneuen Eintracht-Wimmelbuch, das er unter dem Weihnachtsbaum gefunden hat. Soeben hat er den Koffer mit den Detari-Millionen unterm Dach entdeckt und seine Augen blitzen. Da wird doch nicht vielleicht...? Haris Seferovic hat sich derweil keck eine Weihnachtsmütze über den Kopf gezogen und posiert vor dem buntgeschmückten Weihnachtsbaum für ein Selfie. Sein Post: "Weihnachten - ein echter Volltreffer." Alex Meier ist sich nach wie vor nicht sicher, ob er mit oder ohne Zopf zur Bescherung erscheinen wird, alles Einstellungssache. Und Armin Veh? Der hat so viel Weihnachtserfahrung, der wird sein System ganz bestimmt nicht mehr ändern und geht den Abend einfach offensiv an.

Und ich? Nach einem bunten, sehr emotionalen und arbeitsreichen Jahr freue ich mich auf ein paar ruhige Tage mit lieben Menschen, Büchern, Musik, viel frischer Luft und Zeit, einfach nur Zeit.  Ein herzliches Dankeschön an alle, die ab und zu oder regelmäßig hier vorbeischauen, mitlesen, vielleicht ja sogar kommentieren - vor allem auch dafür, dass ihr euch nicht abschrecken lasst, auch wenn es hier mal Zeiten gibt, in denen es ruhiger zugeht. Euch allen ein frohes und friedliches Weihnachtsfest.

And the bells are ringing out for Christmas Day.