Samstag, 28. Februar 2015

Intergalaktisch

Heute also gegen den HSV. Ein Tag, der "Hinaus, hinaus" ruft und an dem ich bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht bin. Gestern war es grau und trüb und hat den ganzen Tag geregnet, am Sonntag und Montag war Winter mit Eis und Schnee und am Dienstag bin ich bei blauem Himmel und einigermaßen mildem Lüftchen durch die Weinberge geradelt. Tja, manchmal  ist es so und dann wieder ganz anders.  Und meistens anders als man denkt. Nicht die einzige Parallele zur Eintracht, die mir in dieser Woche begegnet ist.

Sonntag, 22. Februar 2015

Eins, zwei, drei.

Da geht diese merkwürdige Saison also in die nächste Runde, dieses Mal mit einem besonders tiefen Schlag. Während ich die Niederlage in Freiburg mit viel Frust, aber mit einer gewissen Contenance – von wegen „Kann passieren“, „Wird schon“ – hinnehmen konnte, wiegt das Spiel gestern in Mainz für mich ungleich schwerer. Ok, ich wohne hier in der Gegend. Ok – ich mag es nicht, wenn sich die Mainzer hinterher auf die Schenkelklopfen, weil  sie es den ach-so-arroganten Eintrachtlern gezeigt haben. Es ist nicht nur nicht schön, hier zu verlieren - es  fühlt sich rundum Scheiße an. Das ist das eine. Aber so zu verlieren,  wie wir – einmal mehr – gestern hier verloren haben:  Das kann, das darf nicht passieren. Nicht so. Nicht so jämmerlich und ohne echte Gegenwehr. Wir haben es tatsächlich geschafft, dem im Vorfeld ob seines ach so wilden Auftretens belächelten Martin Schmidt  das angekündigte  "leidenschaftlich erkämpfte Erfolgserlebnis" zu verschaffen. „Die Wiedergeburt der 05er.“  Durch wen? Durch uns. „Danke, Eintracht.“

Wie kann es sein, dass eine Mannschaft, die sich gestern noch zerreißt, um das 1:0 gegen Schalke über die Zeit zu bringen, die furiose Aufholjagden hinlegt, die  immer wieder zeigt, dass sie spielerisch richtig gut drauf sein kann - z.B. auch beim wunderbar herausgespielten Führungstreffer durch Stefan Aigner – wie kann es sein, dass diese Mannschaft von einer Minute auf die andere nicht nur das Fußballspielen, sondern auch das Laufen einstellt? Nach einem Gegentreffer gleich so angeknockt ist, dass sie direkt hinterher das nächste kassiert? Eins, zwei, drei. Aus. 

Samstag, 21. Februar 2015

Was alles so wackelt

Hier in  Mainz hat über Fastnacht nicht nur der Dom und der Trainerstuhl bei den 05ern, sondern auch die Schiersteiner Brücke gewackelt. Der Dom hat sich inzwischen wieder beruhigt, die Narren (zumindest die, die sich äußerlich als solche zu erkennen geben) sind wieder abgezogen und auch das Trainerproblem haben die Mainzer relativ schnell gelöst. Statt dem freundlichen und allseits beliebten  Kasper  Hjulmand hat jetzt  Martin „Ich reiße mit meiner unglaublich emotionalen und begeisternden Art alle mit“ Schmidt das Ruder und die Leitung des Trainings übernommen. (Puh… uiuiui….auauau… da fürchten wir uns aber…)   

Weniger einfach gestaltet sich die Lösung des Brückenproblems. Die Schiersteinerbrücke, die über den Rhein führt und Mainz mit Wiesbaden - und dementsprechend auch mit Hessen verbindet -   wird noch eine ganze Weile gesperrt bleiben. Konnte während der Fastnacht noch darüber gewitzelt werden, dass auf diese Weise wohl die Wiesbadener von Mainz ferngehalten werden sollen, hält sich angesichts des täglichen Verkehrschaos das Lachen inzwischen in sehr engen Grenzen. Fährmann hol über -  zur Entlastung des Verkehrs wurde zwischenzeitlich eine zusätzliche Fährverbindung von Mainz-Budenheim nach Walluf eingerichtet.

Dienstag, 17. Februar 2015

Mit Zahlen im Bild

Es ist keine Neuigkeit: Im Vergleich mit der vorigen Saison steht die Eintracht derzeit deutlich besser da. Am 21. Spieltag haben wir mehr Punkte (28 statt 21), deutlich mehr  Tore (39 statt 24), stehen auf Platz 9 (statt 12) und der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt 7 (statt 3) Punkte. Ein Europacup-Platz war in der vergangenen Saison zum gleichen Zeitpunkt pure Illusion (12 Punkte Abstand) und ist in diesem Jahr spätestens nach dem Sieg gegen Schalke (mit nur 4 Punkten Abstand nach oben) wieder eine Option.

Als besonderes Manko dieser Saison wird die Systemumstellung und die daraus resultierende Defensivschwäche ausgemacht. Kein Zweifel - in der Arbeit nach hinten haben wir unsere Probleme - ebenso wie eine ganze Reihe anderer Mannschaften, die -  meinem Gefühl nach auffallend oft nach überraschenden Gegentoren - Schwierigkeiten damit haben, ihre Defensivarbeit unter Kontrolle zu halten. Jüngstes Beispiel: Wolfsburg im Spiel gegen Leverkusen.

Wie war das mit der Abwehrarbeit der Eintracht eigentlich in der vergangenen Saison? Ein vergleichender Blick  auf die reinen Zahlen bringt (zumindest für mich) einigermaßen überraschende Erkenntnisse:

Tröööt.

 „Hast du schon die Adler App?“  fragt mich am Freitagnachmittag eine liebe Adler-Freundin, die weiß, dass ich am Samstag gegen Schalke nicht im Stadion sein kann.  Nö, hab ich noch nicht – was macht die? „Na ja, so allerlei. Viele Infos,  Zugriff aufs Forum und aufs Tippspiel, Live-Ticker – und wenn die Eintracht ein Tor schießt, dann trötet sie.“ Das klingt witzig – am Freitagabend lade ich mir also die App herunter.  

Am Samstagabend um viertel nach Sechs stößt mein Smartphone einen mir bis dato unbekannten Tröt-Ton aus.  Die Adler-App?  Ein Tor kann ja noch nicht gefallen sein.  Vielleicht hat sie mir etwas anderes wichtiges mitzuteilen? Nein, keine besonderen Vorkommnisse. Dann war das wohl einfach eine Übung für die kommenden Ereignisse. 

Um kurz nach Sieben fährt der Überlandbus, der uns über die Dörfer Rheinhessens in Richtung Mainzer Innenstadt bringt.  Dort sind wir – außerfastnachtlich – mit lieben Freunden aus WG-Zeiten verabredet. Während ich mich umziehe und meine sieben Sachen zusammenpacke, witsche ich immer wieder ins Wohnzimmer, wo das Spiel jetzt bereits läuft, um zumindest ein paar Live-Eindrücke mitzunehmen.  So richtig gut sieht das nicht aus. Sonny Kittel foult Uchida.  Trotzdem wildentschlossene Gesichter. Haris Seferovic in Großaufnahme. und: Keviiiiin.

Samstag, 14. Februar 2015

Närrisch!

Heute also: Schalke.  Die Fassenacht eilt ihrem Höhepunkt entgegen und unser Trainer wird heute 500 und hat damit einen Platz in der Hall of Fame der Bundesliga.  Auch wenn ich heute nicht im Stadion und nur per Adler App (und mit dem Herzen)  dabei sein kann und außerdem von einer lieben Freundin lautstark vertreten werde, bin ich närrisch-zuversichtlich gestimmt. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich für alles gewappnet bin und  – egal wie’s ausgeht – schon weiß, wie die Reaktionen ausfallen werden:

Wir verlieren? 
Das war ja nicht anders zu erwarten.

Wir spielen unentschieden?  
Das bringt uns gar nix und wenn der Meier  (der Seferovic, der Aigner) des dabbisch Ding net rein gemacht hätt, dann hätte das auch ganz anders ausgehen können und die Schalker hätten uns – wie die Freiburger – drei, vier oder fünf eingeschenkt.

Wir gewinnen? 
Das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Mannschaft nichts funktioniert. Auch wenn sich ein paar Idioten jetzt wieder Sand in die Augen streuen lassen und jubeln.

Ganz schön närrisch – aber klar – es is ja Fassenacht:

In Frankfurt wird geknoddert,
Da wird auch viel gelacht,
Des gilt – ums klar zu sagen -
Net nur zur Fassenacht.

Im Wald, da spielt die Eintracht,
Da simmer all froh,
Und außerdem gibt's heut
E mords Choreo.

Sonntag, 8. Februar 2015

Plan Q!

Vorgestern hatten wir Wintereinkaufsversammlung unserer Rheinhessen-Managerliga, die traditionsgemäß erst nach Ende der Transferperiode stattfindet und uns Gelegenheit gibt, die Kader noch ein wenig nachzurüsten. Wie im richtigen Leben war André Schürrle der Spieler, der für die meiste Kohle über den Tisch gegangen ist, und auch sonst standen die restlichen noch auf unserem internen Markt befindlichen Wolfsburger hoch im Kurs, wohingegen mancher, zum Hinrundenauftakt noch heiß begehrte Dortmunder sich unversehens auf dem freien Markt wiedergefunden hat (bei mir z.B.: Neven Subotic, dessen sinnfrei aus dem Halbfeld vors Tor geschlagene Flanken mich am Mittwoch bei der Dortmunder Heimniederlage gegen Augsburg nachhaltig erschüttert haben. Sah aus wie an einem rabenschwarzen Tag von Bastian Oczipka). Ebenfalls interessante Objekte der Begierde: Die Augsburger Spieler. Quadratisch, praktisch, gut hat jetzt sogar Herr Bobadilla  (ja, genau der, der im Hinspiel gegen die Eintracht den entscheidenden Treffer erzielt hat) einen Platz im Kader eines Managerkollegen gefunden. Ich habe kurzfristig überlegt, Halil Altintop zu verpflichten, dann aber doch davon Abstand genommen.  Och, nö.

Montag, 2. Februar 2015

Matchplan

Eigentlich ganz einfach:
 Zurück in die Spur finden. Heimsieg gegen Wolfsburg und sonst gar nix!