Samstag, 21. Oktober 2017

Neunter Spieltag: ein Gedicht

Es ist Herbst, die Blätter fallen und
während in der Welt da draußen längst nichts mehr so ist, wie es noch nie war,
tun wir, was wir tun müssen.  Streifen uns
rotundschwarze Trikots über den Kopf, greifen nach Schals, vergessen
auch die Mütze nicht (es könnte regnen)
Und
ziehen hinaus in den Wald, wo die Eintracht
spielt. Schon immer, auch damals schon.
Früher.

„Heut gewinnt die Eintracht,“ ruft mein
Nachbar, der mich ins Auto steigen sieht. Thumbs up.
Die Dortmunder sind zu packen, heute, denke ich,
während ich fahre und Arcade Fire dazu singt.
Everything now.
Die Wolken ziehen, erste Regentropfen fallen und
ich hoffe zumindest auf: Fußball.
Rare Momente, in denen
die Zeit sich überlappt und alles jetzt ist und wir fühlen,
dass es genau so bleibt, dass es echt und wahr und groß ist,
bevor wir uns wieder daran erinnern,
dass wir es doch längst besser wissen,
uns keiner mehr etwas vormachen kann,
und ohnehin
das nächste Spiel immer das schwerste ist.

Es ist Herbst, die Tore fallen.

Heute hoffentlich vor allem für die Eintracht.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Achter Spieltag: o la la

Eigentlich ist geplant, dass hier in dieser Saison zumindest! vor jedem Spieltag ein Eintrag erscheinen sollte. Das hat dann also gestern leider zum ersten Mal schon mal nicht geklappt. Da aber der Rhythmus nicht abreißen soll - sonst wär's ja keiner mehr - kommt jetzt also ein nachträglicher vor-dem-Spiel-Eintrag, obwohl es natürlich so eine Sache ist nach einem Spiel, von dem man weiß, wie es ausgegangen ist, so zu schreiben als wisse man es nicht.  Aber ich kann ja zumindest mal die "Zutaten" aufzählen, die wahrscheinlich vorgekommen wären:

Sonntag, 8. Oktober 2017

Unter Glas - Ein Besuch im Hesse-Museum in Calw

Ich mag und schätze Hermann Hesse. Er zählt zwar nicht zu meinen Lieblingsschriftstellern, aber ich  komme immer wieder sehr gerne auf ihn zurück. Mag weniger seine fernöstlich-esoterischen Texte, mehr die Erzählungen, die bedrückenden Kindheitsgeschichten, das Ringen um Liebe und Freiheit, die Naturemphase, das Karge und das Unmäßige, seine bunt-heiteren Aquarelle -  irgendwie den ganzen Mann, der es nicht leicht mit sich hatte, im Exil in Montagnala zwar zur Ruhe gekommen ist, aber immer weiter gesucht hat. Schon oft sind wir auf dem Weg ins Schwäbische an der Ausfahrt Calw - dem Geburtsort Hesses - vorbeigekommen und nie abgebogen. Heute tun wir es. Mal sehen, was es im Hesse-Museum zu entdecken gibt.

Samstag, 30. September 2017

Siebter Spieltag: Erschütterungen

Es gibt viele Dinge, über die man im Leben und in unserer Welt erschüttert sein kann. Ich bin erschüttert über Schicksale mir nahestehender Menschen, über Flüchtlinge, die im Meer ertrinken, über Katastrophenopfer. Tod. Krankheit. Elend. Hass. Vielleicht auch über Wahlergebnisse. Besorgt, aber keineswegs erschüttert bin ich über die erneute Operation von Alex Meier. Das unterscheidet mich (neben allerlei anderem) von Fredi Bobic, der von der Entwicklung nicht nur erschüttert, sondern sogar „zutiefst erschüttert“ ist. Nun bin ich mir recht sicher, dass Alex Meier meinem Eintracht-Herzen näher steht als dem von Fredi Bobic und gerade deswegen wundert mich seine theatralische Formulierung nicht. Wäre nicht das erste Mal, dass lautstarke Beteuerungen ein deutliches Signal dafür sind, dass das Gegenteil gemeint ist. (Nicht nur) ich vermute: Für die Eintracht-Verantwortlichen ist Alex Meier längst ein erledigter Fall.

Samstag, 23. September 2017

Sechster Spieltag: Wer die Wahl hat

Mit welcher Mannschaft die Eintracht heute in Leipzig aufläuft? Niko Kovac kann bei seiner Aufstellung aus einer großen Bandbreite von Spielern wählen. Sie kommen aus 16 unterschiedlichen Nationen, sind ein buntes Team und tragen den Adler auf der Brust.  Auch wenn mir strategisch und fußballerisch im Moment vieles nicht gefällt, was die Eintracht so macht:  Am Multikulti liegt das ganz gewiss nicht.

Ob es uns dieses Mal gelingt, die überraschend in Köln geholten Punkte zu vergolden? Ob wir den „auswärts-zu-null“-Vereinsrekord in dieser Woche nicht nur einstellen, sondern sogar brechen? Unser Trainer hat ein gutes Gefühl. Die Sonne scheint.  Und den Rest werden wir sehen – auch wir haben ja die Wahl.


United colours of Bembeltown – go for it!

Mittwoch, 20. September 2017

Samstag, 16. September 2017

Vierter Spieltag: Der Supermensch

Da hat er also tatsächlich in Gladbach schon sein erstes Tor für die Eintracht gemacht, der Kevin, der lieber Prinz genannt werden will und den auch alle so nennen. Aber es gibt noch viele andere Bezeichnungen für ihn: Bad Boy, aber „das war einmal“, jetzt ist er „Kindergarten Cop“,   „Aufpasser“. „Alphatier“ . Eine Persönlichkeit. Für Mijat Gacinovic ist er ein „Supermensch“.  Für Niko Kovac (dessen Scheitel  - oder täuscht das??? -   immer akurater wird) ist er ein Junge, der Emotionen hat und Empathie, ein „Krieger“, einer „mit dem man Kriege gewinnen kann.“ „Er hat die Qualität, die Mannschaft zu führen. Dazu muss man kein Kapitän sein, das hat er gezeigt."

Nomineller Kapitän ist und bleibt (vorerst?) der nach wie vor verletzte Alex Meier, der zwar Fußballgott, aber weder Krieger noch Cop oder Aufpasser ist.  Sicher nur ein blöder Zufall, dass er auf der Eintracht-Website (immerhin zwischen Alfred Pfaff, Ralf Falkenmayer, Jürgen Grabowski, Bernd Nickel, Bernd Hölzenbein etc.) bereits unter dem Stichwort „Legenden“* abgelegt ist.

Heute also gegen Augsburg, eine Mannschaft, die wir am Saisonende in der Tabelle hinter uns erwarten und sehen wollen. Niko Kovac möchte den Sieg in Gladbach vergolden, wäre dann ja wohl: eine weitere Schlacht gewinnen.


Also: ich hoffe einfach auf einen Sieg in einem Fußballspiel.

*finde den Link gerade nicht, aber liefere ihn nach ,-)