Samstag, 16. August 2014

Über den Herbst in den Sommer

Der Herbst ist an diesem Wochenende ein Thema. Und was für das Wetter hoffentlich nur vorübergehend gilt, wird beim Pokalspiel der Eintracht in Berlin zur Gewissheit. Die Eintracht muss erst mal den Herbst (und seine Viktoria) schlagen, um am nächsten Samstag zum Bundesligastart gegen Freiburg wieder im Sommer und am Ende vielleicht sogar in der…ähem…Championsleague – huhu Takashi – zu landen. Dass es manchmal auch ganz anders kommen kann, als man denkt (→ Pokal, eigene Gesetze)  haben wir ja gestern Abend bei den 05ern aus Mainz gesehen. Wutsch, weg waren sie. Es ist erst einige Wochen her, da hat halb Frankfurt zähneknirschend und hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand fast ein bisschen neidisch nach Mainz geschielt. Alles ging bei denen schneller: die Trainersuche, die Neuverpflichtungen. Und jetzt halt auch das Ausscheiden aus dem Europacup und aus dem Pokal. Logisch, eigentlich.

Und sonst?

Dienstag, 12. August 2014

Die Kirche im Dorf? Papperlapapp.

Also eigentlich gehöre ich eher zur „Lass den Heribert, der ist halt wie er ist und irgendwie ist das doch auch ganz lustig“ – Fraktion. Am Sonntag, im Interview in der Halbzeitpause des Spiels gegen Inter Mailand, bin ich jetzt aber doch beinahe vom Glauben abgefallen. Du liebes bisje. Was geht in dem Mann bloß vor? Gerade habe ich mich noch darüber aufgeregt, dass Thomas Berthold den Eintracht-Scouts den guten Rat gibt, sich mehr in Südamerika umzusehen, zum Beispiel in Costa Rica. (Ach? Echt? Costa Rica? Ob er diesen Tipp wohl auch schon vor der WM parat gehabt hätte?) Aber Heribert Bruchhagen wird noch für weitere Höhepunkte sorgen. War es ein gutes Gefühl mit Marc Stendera endlich mal wieder einen Eintracht-Spieler als Europameister zu ehren?  Ralf Scholt traut sich tatsächlich unserem Vorstandsvorsitzenden eine dermaßen absurde Frage zu stellen. Ehren? Was heißt hier ehren. Da muss man die Kirche doch im Dorf lassen. Ein Schulterklopfen, ein Blumenstrauß. Mehr nicht. Was hat er denn schon erreicht? U19-Europameister? Pah. Okay, okay, lenkt Ralf Scholt ein. Man muss sich ja nicht gleich vor Euphorie überschlagen. Aber so ganz schlecht ist U19-Europameister ja auch nicht… Ach was. Der muss jetzt erst mal zeigen, ob er was kann. Die Bundesliga ist ein ganz anderes Pflaster. Alles klar. Okay. Anderes Thema: Wie ist es denn mit dem neuen Trainer. Ist es nicht bemerkenswert, wie engagiert er an der Seitenlinie coacht und bei der Sache ist? Ach was. Papperlapapp. Ein Trainer wie alle anderen. Alle unsere Trainer waren engagiert. Schon immer.   Ei verdammt, steht im Gesicht von Scholt geschrieben. Was frag ich bloß?  Er hebt an: Und… ähem… die Neuzugänge… das…ähem… das sah doch schon ganz gut aus… von wegen Dynamik in der Spitze....ähem…?  Papperlapapp. Hat doch nichts zu sagen. Testspiele ohne Aussagekraft. Ist mir sowieso unverständlich wie wir das gemacht haben, drei Tore zu schießen.   Na dann. Ist ja schon gut, Herr Bruchhagen. Tschuldigung, dass wir sie mit unseren dummen Fragen und einem Hauch von Euphorie belästigt haben.

Schnitt.

Montag, 28. Juli 2014

Testspiel in Sandhausen: Mit Überzeugung im Spiel

Wenn man der Berichterstattung der letzten Tage und Wochen gefolgt ist, konnte man ja durchaus seine Zweifel haben. Die gute Nachricht deswegen gleich vorab: Eintracht Frankfurt hat eine Mannschaft. Tatsächlich und wahrhaftig und das, was sie da auf dem Platz macht, sieht gar nicht so schlecht aus.

Für mich gibt es in jedem Jahr diesen einen Zeitpunkt in der Saisonvorbereitung, da muss ich selbst etwas sehen. Merkwürdig fern das alles, was da täglich durch Netz twittert, kommentiert, berichtet und gepostet wird. Fußball. Nach Sandhausen? Auf geht’s.

Am Horizont: Stadion in Sicht
Ich könnte euch jetzt erzählen wie die Anfahrt war (heiß und schwül), wo wir geparkt haben (in einem Spargelacker), wie die Sandhausener so sind (unglaublich pfälzisch, nett und witzig),  wie man das Stadion findet (ähnlich wie das kleine Schnitzel unter dem Salatblatt: am Ende doch) und wie unglaublich köstlich eine kalte Apfelschorle schmecken kann – aber ich bin sicher, dass euch hier und jetzt besonders interessiert wie das Spiel gelaufen ist. Deswegen ohne große Umschweife ein paar Betrachtungen:

Mittwoch, 23. Juli 2014

Das Eintracht-Sommer-Wimmelbild


Es tut sich nichts. Trotzdem ist es in diesen Tagen gar nicht so einfach bei der Eintracht den Überblick zu behalten. Was war, was ist?  Auf der folgenden Karte sind alle (oder zumindest einige) Orte des Geschehens eingezeichnet. Vielleicht könnt ihr die Menschen den Orten zuordnen. Wer macht was und wo? Und vor allem: Warum und Wie?

Montag, 14. Juli 2014

Rotundschwarze WM-Schnipsel (final)

Vor dem Spiel

Sonntag, 13. Juli, 20 Uhr 25 Uhr.  Noch gut eine halbe Stunde bis zum Spiel. Ich habe den ganzen Nachmittag gearbeitet und – ächz -  vor dem PC gesessen - muss mir jetzt irgendwie noch ein bisschen Bewegung verschaffen. Es ist schwül-warm, hat gerade angefangen leicht zu regnen, egal, hole mein Fahrrad aus der Garage und radele los. Die Welt liegt wie unter grauer Watte, Wolken ziehen. Die Straßen sind leer.  Bei der Abzweigung in die Weinberge verschwindet gerade ein Pärchen Hand-in-Hand am Horizont, ein großer schwarzer Hund galoppiert vor ihnen her. Die haben mit der Weltmeisterschaft offensichtlich nichts am Hut.  Wie stand am Samstag in der TAZ: Das Problem ist nicht die WM, das „Problem sind die, die nicht WM schauen“. Na, so richtig problematisch kann ich die Zwei  nicht finden.

Ich radele durch die menschen- und autoleeren Straßen, spüre den Regen auf meiner Haut, der Wind weht, es ist, als ob die Welt Pause macht. Vielleicht steht sie auch einfach im Abseits? Eine kleine, graue Katze huscht geduckt über die Straße. An vielen Fenstern flattern Deutschlandfahnen.  Hier und da sind Girlanden oder Windfahnen an Toren oder  Türen befestigt.  Bratwurstduft.  Auf einem Gartengrundstück steht ein dampfender Grill unter einer Plane, kein Mensch zu sehen, Fernsehgeräusche und Stimmen aus dem Haus.  Auf einem Balkon steht ein Mann, raucht und zurrt die Schland-Fahne, die über dem Geländer hängt, noch einmal fest.

Dienstag, 8. Juli 2014

WM-Schnipsel (6): Von Weltmeistern - solchen, die es sind, anderen die es werden wollen und wieder anderen, die es nicht mehr werden können

Es ist nicht ganz gefahrfrei,  durchs Internet zu zappen. Immer mehr Pop-ups machen einem das Leben schwer und erinnern daran,  dass jeder Klick Folgen hat und dich wieder einholt. Parfüm, Katzenkrankheiten, Lieder, Kleider, Bücher, Hotels, Filme  – was immer du liest, likest, anklickst, ergoogelst – es holt dich wieder ein und bleibt fortan dein ständiger Begleiter. Und dann sind da auch noch die Pop-ups und Ads, die von den Websites selbst geschaltet werden. In der Regel hat man  den inneren Ausblendmodus aktiviert und bemerkt fast schon nicht mehr, was da alles hochploppt und eingeklinkt wird. Aber gestern morgen, als ich  - zur Feier des Tages bekleidet mit meinem „Frankfurts Stolz, der Grabi und der Holz“-Shirt - den FR-Bericht zum Geburtstag von Jürgen Grabowski angeklickt habe, habe ich dann doch erst einmal geschluckt. Direkt über dem Bericht prangte – quer über den Satzspiegel und direkt über dem Bild von Grabi – ein ca. 5 Zentimeter hohes Banner, auf dem ein Mann in Unterhose zu sehen war, genauer gesagt: Nur der Slip, in dem der Mann steckte, war zu sehen -  in Großaufnahme, oben mit einem kleinen Ansatz von Bauch, unten mit einem kleinen Ansatz der Beine. Dazu die Headline: „Verstärkung im Mittelfeld“  - und beim nächsten Bildwechsel die Aufklärung, um welche Art von Produkt es sich handelt:  Slipeinlagen für Männer. Na dann, herzlichen Glückwunsch. Auf die Lektüre des Artikels hatte ich dann keine richtige Lust mehr.

Sonntag, 6. Juli 2014

Unterwegs: Mit Bob in Zwickau

Es ist wieder so weit. Bob Dylan kommt auf seiner neverending Tour in Deutschland vorbei und wir sind dabei. Jedes Dylan-Konzert, jede Tour ist auf ihre Art genial, einzigartig, wunderbar. Manchmal ist es noch ein bisschen mehr. In Berlin war das zum Beispiel so, in der Max-Schmeling-Halle Oder in Gelsenkirchen, damals 2006 während der Schland-WM im eigenen Land. In Lille. In Worms. In Straßburg. In Salzburg, während der EM 2008 am Rande des Spiels Schweden gegen Griechenland, da vor allem. Und in Dornbirn. Ja, doch, vor allem in Dornbirn. Und in diesem Jahr. In Zwickau.

Schon die Kombination Zwickau und Dylan ist schräg und schön. Als der diesjährige Tourplan bekannt und uns klar wurde, dass wir nur bei einem Konzert dabei sein können, waren wir uns über die Auswahl des Reiseziels schnell einig. „Zwickau, da fahren wir hin“, sprach mein Mit-Adler – yep, so machen wir’s.