Samstag, 31. Dezember 2011

Ein neues Jahr in Sicht!

Was es uns wohl bringt? Wir werden es herausfinden: Immer die Augen gut offen halten, klaren Kopf bewahren und das Herz in beide Hände nehmen  The best ist always yet to come. Wird schon werden.



Allen die hier  mitlesen, kommentieren oder einfach nur zufällig vorbeischauen alle guten Wünsche fürs neue Jahr. Liebe. Glück. Zufriedenheit. Den Aufstieg.  Sollten doch auch mal ein paar Tage dabei sein, an denen die Dinge nicht so laufen wie sie sollten, immer dran denken: "Do your thing and you'll be king."  Und im Zweifelsfall hilft Liam Clancy:  "No fear. No envy. No meanness." 

In diesem Sinne: Wir sehen, lesen, hören uns in 2012 -  fangt es gut an.

Freitag, 30. Dezember 2011

Rotundschwarze Jahresschnipsel 2011 (April bis Juni/Juli)

Teil 2 - und damit auch der letzte Teil meines Jahresrückblicks. Habe in den letzten Tagen das erste Halbjahr noch einmal durchlitten und werde es vor Jahresende nicht schaffen, den Rest des Jahres aufzuarbeiten. Das zweite Halbjahr nehmen wir als Hoffnung mit ins neue Jahr - und führen es dort zu einem guten Ende!

Tipp: Im Eintracht-Forum gibt es einen kompletten Zeitraffer-Jahres-Rückblick von Bernie.
- Teil 1
- Teil 2

Und hier also die rotundschwarz geschnipselten  Monate April bis Juni 2011 - immer noch unfasslich und also nichts für schwache Nerven:

April

Die Saison fängt mit dem Spiel gegen Wolfsburg wieder neu an, hat Christoph Daum bei seiner ersten Pressekonferenz gesagt. Und – schnips – wir fühlen uns wie wiederbelebt. Im ersten Spiel unter Daum spielt die Eintracht innerhalb von drei Wochen zum zweiten Mal gegen die Mannschaft von Felix Magath, die zwischenzeitlich Wolfsburg („Herzensache.“) heißt. Die Eintracht holt einen Hoffnungspunkt und wir tauchen staunend ein in den Daumschen Kosmos: Videoanalyse. Professionelle Trainingskiebitze.Videobotschaften in Facebook. 

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Rotundschwarze Jahresschnipsel 2011 (Januar bis März)

Januar

Weiße Weihnachten, verschneites Silvester. Patrick Ochs glaubt an eine „rosige Zukunft“ für die Eintracht, während Ümit Korkmaz findet: „Es kann ja eigentlich nur besser werden.“ Die Welt versinkt im Schnee und die Eintracht nimmt – wie jedes Jahr – zum Rückrundenauftakt an den Hallenturnieren in Höchst und in Mannheim teil. Also: Sie ist anwesend, was man von Michael Skibbe nicht sagen kann. Stattdessen sitzt Co-Trainer „Erwin Möhlkamp“ (= Original Namenseinblendung in Sport 1) auf der Bank und betreut ein „durch Stammspieler verstärktes Reserve-Team“. Das kommt gut an. Die Mannschaft fliegt jeweils in der Vorrunde raus und startet wohlgemut („Da erinnert sich doch in einer Woche kein Mensch mehr dran.“) ins Trainingslager nach Belek. Enkhaamer und Exil-Bischemer erfreuen das Eintracht-Forum mit täglichen Berichten. Die Stimmung scheint gut. Zum Abschluss des Trainingslagers gewinnt die Eintracht sogar ihren ersten internationalen Titel nach hundert Jahren: Hey, hey Antalya-Cup. Während der Übertragung des Finales erfreut Oliver Forster durch seine stilblütenreichen Kommentare.„Martin Fenin hat den Elfer an der Latte versenkt.“ Yeah.

Das Wetter hat gedreht,  Mitte Januar ist es fast frühlingshaft warm. In den Eiern ist Dioxin. Herr zu Guttenberg weiß kein Bescheid, Rainer Langhans philosophiert im RTL-Dschungelcamp, Lena nervt und auf der Gorch Fock kommt es zu einer Meuterei. Das gibt’s doch auf keinem Schiff.

Wegen der Frauen Fußball-WM , die im Sommer in Deutschland stattfindet, beginnt die Bundesliga-Rückrunde bereits Mitte Januar. Bereits durch die Hinrunde hat mich die Orakel-Kuh begleitet, die drei Mal muht, wenn man ihr auf den Bauch drückt und damit den Ausgang jedes Eintracht-Spiels vorhersagen kann, wenn man nur die richtige Frage stellt. Beim ersten Heimspiel gegen Hannover landet sie gleich wieder einen Volltreffer. „Wie viele Tore fallen?“ frage ich sie vor der Abfahrt ins Waldstadion. Tatsächlich: 3. Allerdings für die falsche Mannschaft. Patrick Ochs meldet sich wieder zu Wort. Dieses Mal meint er, dass wir „wenn wir so weiterspielen, kein einziges Spiel mehr gewinnen.“ Orakel-Ochs. Das macht die Orakel-Kuh eigentlich überflüssig.

Samstag, 24. Dezember 2011

And now it is Chrismas

Früher war mehr Lametta. Früher war aber auch mehr Eintracht (wirklich?) und mehr Schnee. Heute ist es trüb und nass und grau, das rotundschwarze Mützje ist viel zu warm und doch: Da ist so was in der Luft. Die Straßen sind leer, dort fährt noch ein letztes Auto.Eine Katze huscht über die Straße. Die Lichtlein blinken und leuchten. Es wird still. Weihnachten.

Allen, die diesen Blog - und damit auch mich - durchs Jahr begleitet haben, die hier mitlesen, kommentieren, ergänzen oder nur ab und zu vorbeischauen - ein friedliches und frohes Weihnachtsfest.

And the Bells are ringing out for Christmas-Day!

Freitag, 23. Dezember 2011

Spieler der Stunde: Pirmin Schwegler (Wunschzettel-Edition)

Wie wir alle war ich am Montagabend nach dem Spiel gegen St. Paul ziemlich deprimiert. Das war wieder so ein Moment, in dem man gemerkt hat, wie tief die Schrunden sind, die die letzte Rückrunde geschlagen hat. Wir können Niederlagen nicht mehr einfach abhaken. Sehen überall die Anzeichen drohenden Zerfalls. Haben regelrecht Angst, uns über etwas hinwegzutäuschen, Warnsignale zu übersehen oder nicht wichtig genug zu nehmen. Beziehungsgeschädigt: Lieber erst auf gar nichts einlassen, um am Ende nicht wieder, noch einmal und vielleicht noch tiefer (geht das?) verletzt zu werden.

Und ganz ehrlich ist die Mannschaft auch nicht dazu angetan, um sich in sie zu verlieben. Nicht etwa, weil sie nicht „schön“ oder gut genug ist (nein, nein Herr Veh), sondern weil sie sich nicht die Bohne um uns und um die Eintracht zu bemühen scheint. Wir sind ja sowieso da. Wenn sie einen guten Tag haben, bringen, sie auch mal ein paar Blümchen (von der Tankstelle?) mit – ansonsten muss der Hinweis auf die durchaus positive Bilanz und den langen Weg genügen. „Wir tun doch schon, was wir können.“ Undankbares Volk. „Eure Treue ist unser Antrieb.“ Dieser – tschuldigung – billge Werbeslogan war auf dem Banner zu lesen, das die Mannschaft – bzw. der gutwillige Teil derselben – nach dem letzten Heimspiel gegen Fürth im Stadion spazieren getragen hat. Ein Spruch mit dem Hinz und Kunz – vom Rechtsanwaltsbüro über das Hotel und den Solarenergieanbieter bis zum Sonnenstudio – ihre Kundschaft erfreuen. Na, herzlichen Dank auch.

Am Montagabend war ich mir sicher, dass die Spieler der Stunde-Wahl dieses Mal endgültig abschmieren würde. Wäre ja nichts weniger als verständlich, wenn keiner mehr Lust hätte, einen der Spieler auch noch besonders hervorzuheben. Es ist kurz vor Weihnachten, der Fußball, die Eintracht rücken für eine Weile in den Hintergrund. Wir sind mürb. Ein – vielleicht nicht nur fußballerisch – anstrengendes jahr liegt hinter uns. Lieber nichts mehr hören und sehen. Im einträchtlichen Netz dann auch kein Hauch von „O du fröhliche“ – statt „Hosianna“ eher „Kreuziget Sie.“

Und dann geschah das fast Unglaubliche, eine echte weihnachtliche Überraschung:

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Susi und ich

Vorgestern Abend, nach dem Spiel der Eintracht bei St. Pauli. Irgendwann vor Mitternacht. Wieder eine Chance sinnlos vertan. Wieder gehofft und enttäuscht worden. Wieder kein Zeichen, kein Fingerzeig. Letztes Spiel vor der Winterpause. Einmal noch, einmal noch. Nichts. Noch einmal Bilder des Spiels. Immer und immer wieder dieses dämliche zweite Tor. Der hilflose Djakpa. Die einigermaßen frei im Raum umherirrenden Schildenfeld und Anderson. Interviews. Mit verschränkten Armen und gesenkten Häuptern sitzen Heribert Bruchhagen und Armin Veh neben Axel Kruse und Helmut Schulte. Heribert Bruchhagen betont ruhig. Armin Veh gefährlich heiter. Pirmin Schwegler nachdenklich. Sebi Jung gefrustet. Alex Meier bedröppelt. Ich? Unsere Spieler sind brav und können nicht aus ihrer Haut. Ich? Schon. Sogar fahren. Bin Wütend. Traurig. Enttäuscht. Habe einen Kloß im Hals. Ein banges Gefühl ums Herz. Wird das, kann das gut gehen?

Heute lese ich, dass der Wunsch des Trainers nun doch Gehör finden und es in der Winterpause wohl doch weitere Neueinkäufe geben wird. Die Schwächephase der letzten Wochen ist allen in die Glieder gefahren – das setzt nicht nur Adrenalin, sondern offensichtlich auch Geld frei. „Andere Teams sind als Mannschaft gefestigter, die wollen als Einheit ihr Ziel erreichen. St. Pauli hat mehr dagegengehalten.“ Sagt unser Kapitän Pirmin Schwegler. Wenn DAS der Knackpunkt ist, wird er sich wohl kaum dadurch ändern lassen, indem man noch zwei, drei Spieler dazu kauft.

Flashback

Montag, 19. Dezember 2011

19 (von 34)

So allmählich geht es auf die Weihnachtszielgerade und das bedeutet auch:  In diesen Tagen gibt es vieles, das hängt. Wolken am Himmel. Das Krisen-Damoklesschwert über unseren Köpfen. Entscheidungen in der Luft. Lichterketten vor den Häusern und in den Städten. Weihnachtskugeln und Lametta an Tannenbäumen. Engelchen in Fußgängerzonen. Auch die Mannschaft der Eintracht hängt: Sie hängt ein wenig durch.

Sagt Herr Veh, aber ganz ehrlich: Dem glaub ich sowieso nur noch die Hälfte von dem, was er sagt. Meistens meint er ja doch genau das Gegenteil. Heißt in diesem Fall also: Die Mannschaft hängt nicht durch, sondern ist motiviert bis in die Haarspitzen.

Edgar Prieb hat im Spiel gegen uns nur den Pfosten getroffen. „Dann soll es halt so sein, dass wir nicht verlieren und oben bleiben.“  Findet Mo „Stier“ Idrissou (und er hat recht). Zu den vier Punkten, die wir vor der Winterpause noch holen wollten, fehlen noch drei. Fürth hat am Wochenende etwas für sein Torverhältnis getan. Paderborn ist jetzt punktgleich mit uns (argsgrmpf)  -  macht aber nichts (echt nicht!), denn mit den drei Punkten, die wir heute Abend holen, sind wir dann punktgleich mit Düsseldorf. Spitzenreiter. Nicht, dass das etwa unser Ziel wäre. Nein. Nein. Aber wenn wir die drei Punkte holen: „Dann ist das halt so.“ Und wir können die „kleine Weiche“ stellen, die wir am letzten Montag ein bisschen achtlos überfahren haben.

Ich dachte immer: Die Eintracht ist verrückt. Mo Idrissou findet: Wir sind alle nett und ganz normal. Wenn tatsächlich dieser Eindruck entstanden sein sollte, müssen wir dringend etwas ändern. So weit kommt es noch. Normal. Wir.

Heute Abend gibt es bei uns vor dem Spiel Wraps für den (fast) vollständig vorm Fernseher versammelten Adlertrupp. Wie man so einen Wrap füllt, hängt immer von der Tagesform ab. Salzig. Süß. Scharf. Mit diesem und jenem. Oder einfach mit allem. Jede Füllung eine Überraschung. Wollen wir doch mal sehen, was heute abend drin ist und wer hier wen einwickelt.

Es gibt solche Tage, wie die gegen Fürth. Aber wisst ihr was: Es gibt auch andere. Heute!

Auswärtssieg und sonst gar nix!

Freitag, 16. Dezember 2011

Spieler der Stunde: Gruppenbild mit Weihnachtsmann

„Es gibt so Tage, an denen man nicht so gut drauf ist. Das kennt jeder, der ins Büro geht,“ sagte Armin Veh am Tag nach dem Spiel. Mmh. Eine Aussage, die nicht so recht passen will, zu dem „rassigen Zweitligaspiel“, von dem ebenfalls hier und da zu lesen war. Ja, was denn nun? Mäßig oder rassig?

Sieht man sich die Beteiligung zur Wahl des Spielers der Stunde an, scheint es wohl ein eher mäßiges Spiel gewesen zu sein. Auch die Anwesenheit eines weihnachtlichen Gastes konnte nichts daran ändern, dass die Abstimmungsquote auf einen All-Time-Klappergass-rotundschwarz-übergreifenden Negativ-Rekord sackte. 49 Adler haben sich an der Umfrage beteiligt – darüber kann man enttäuscht sein (sooooo wenig) oder sich freuen (doch noch sooooo viel). Also: Ich freu mich über jeden, der durchhält und dabei bleibt. Danke schön – und sorry dafür, dass die Auswertung erst so spät bzw. so kurz vor dem nächsten Spieltag kommt. Ihr wisst ja: Es gibt so Tage…

Mäßig oder rassig, viel oder wenig, so oder so kann man das Spiel der Eintracht gegen Fürth einschätzen –und diese Zwiespältigkeit hält auch ein paar Tage nach dem Spiel noch an. Je nachdem, von welcher Seite man drauf schaut und/oder wie man sich gerade selbst fühlt, überwiegen die positiven oder die eher kritischen Aspekte. Wie viel hatten wir uns erhofft als wir am Montag abend losgefahren sind - nein, nicht ins Büro, sondern ins Waldstadion. Hibbelig waren wir, erwartungsfroh - was für eine Riesenchance, auf 5 Punkte davonzuziehen -  und wir waren ein bisschen ängstlich (man kennt ja seine Eintracht). Müd, aufgewühlt, enttäuscht und doch auch irgendwie zufrieden sind wir dann um kurz nach Mitternacht wieder zu Hause gelandet. Alles ok. Punkt geholt. Wir stehen da, wo wir stehen wollten, wie haben die beste Zweitligahinrunde ever gespielt. Alles im Soll. Trotzdem.

Montag, 12. Dezember 2011

18 (von 34)

Heute also: Rückrundenauftakt. Heimspiel gegen Fürth.

Weiß nicht mehr genau, wann es war – jedenfalls vorgestern, am Samstag. Die Düsseldorfer hatten nur Unentschieden gespielt. Ich blätterte grade die Zeitung durch, aß ein Brötchen - im Hintergrund lief die Radiokonferenz und ich glaube, in Bremen fiel gerade das 2:0 gegen Wolfsburg als mich – aus dem Off, wie aus heiterem Himmel – ein Schreck durchzuckte: Kann es sein, dass wir vielleicht gar nicht aufsteigen? Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn. Die Teetasse, die ich grade zum Mund führen wollte, fing bedenklich an zu wackeln. Kann das sein?

Das war er also der Moment, in dem mir klar geworden ist, dass ich bisher keine – also wirklich keine - Sekunde daran gezweifelt hatte, dass die Eintracht den Aufstieg schaffen wird. Ich war vor der Saison skeptisch bezüglich des eingeschlagenen Wegs, habe die Augen-zu-und-durch-Parole ausgegeben, habe mit der Mannschaft gefremdelt, habe angefangen, mich an sie zu gewöhnen, habe hier gekrittelt und da Abstriche gemacht, habe mich über dieses und jenes gefreut und dann doch wieder gehadert und gemäkelt – das alles aber immer getragen von diesem einen Gedanken: Am Ende sind wir wieder oben!

Samstag, 10. Dezember 2011

Lieber angemalt als angeschmiert

Vorübergehend kann man sich alles schön malen - wenn's sein muss sogar die zweite Liga. Im Juni habe ich es mit der Hinrunde ausprobiert - es hat einigermaßen funktioniert.  Jetzt,  wo ein Ende unseres Verbleibs absehbar ist, folgt hier Teil 2: die Rückrunde. Und das soll es dann auch gewesen sein. Den nächsten handgeklöppelten Spiel- und Routenplaner gibt es dann erst wieder in Liga 1. Denn eigentlich gilt für die zweite Liga genau das, was auch für andere Orte gilt, an denen man sich nicht länger aufhalten möchte als unbedingt nötig: „Da möcht ich net abgemalt sein.“

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Spieler der Stunde: Pirmin Schwegler (Epilog zum 17. Spieltag)

Der 2:0-Sieg gegen den KSC liegt bereits fünf Tage zurück. Die Spielanalysen sind abgeschlossen (souverän, aber...) , die Leistungen der einzelnen Spieler (so oder so) eingeordnet, ein Zwischenfazit der Hinrunde gezogen (beste Zweitligahinrunde ever, alles im Soll), die meisten Weihnachtsfeiern sind bereits absolviert, Hinrunden-Rückblicke werden gehalten (schön!) – und bevor uns allen wirklich weihnachtlich ums Herz werden kann, stehen noch zwei hochwichtige Spiele auf dem Plan und am Horizont tauchen bereits – noch etwas wolkenverhangen - die Vereinslogos der Erstligisten auf. Die Frage nach der Erstligatauglichkeit des bestehenden Eintracht-Kaders wird diskutiert. Armin Veh wünschte sich unlängst Verstärkungen, nicht nur, weil die Rückrunde hart wird, sondern weil ein Trainer ja längerfristig und – mit oder ohne Scheich - über die Saison hinaus denken muss. Bei der Weihnachtsfeier im Eintracht-Museum wurde Alex Schur nach den Namen gefragt, die perspektivisch das Gerüst der Eintracht bilden könnten. Jung. Rode. Schwegler.

Schwegler? Ich wette nur, wenn ich mir sicher bin, dass ich die Wette gewinne. Merkwürdig genug verliere ich trotzdem grundsätzlich. Derzeit habe ich zwei FußballWetten „laufen“. Bei der ersten wünsche ich mir sehr, dass ich recht behalte, bei der zweiten hoffe ich es inständig.

Die erste Wette hat keinen direkten Eintracht-Bezug und ist bereits mehrere Wochen alt – datiert in die Zeit, in der alle Welt davon sprach, dass die Bayern sich über kurz oder lang uneinholbar vom Rest der Liga absetzen und unangefochten Deutscher Meister werden würden, vor allem auch deshalb, weil sie von einem - hoho - vollkommen veränderten, abgeklärten Jupp Heynckes trainiert werden. Ich wettete dagegen, nicht aus Prinzip und Bayern-Hass (obwohl das natürlich hinlängliche Gründe wären), sondern aus fester Überzeugung. Ich hatte die Bayern und die Dortmunder in Mainz im Ligacup spielen sehen, und war/bin mir sicher: Dortmund wird es auch in dieser Saison packen. „Denkt an mich!“ (würde mein Opa sagen).

Die zweite Wette wurde fast zeitgleich abgeschlossen und hat mit der Eintracht und dem erfolgreichen Ende der laufenden Zweitligasaison zu tun: Ich habe gewettet, dass Pirmin Schwegler im Falle des Aufstiegs bei der Eintracht bleibt.

Und damit bin ich auch schon (*g) bei dem Thema dieses Eintrags: Der Wahl zum Spieler der Stunde. Die hat nämlich in dieser Woche genau dieser Pirmin Schwegler mit 43% der Stimmen klar für sich entschieden. Dazu gleich noch ein bisschen mehr – vorab erst ein  kurzer Überblick über das Abstimmungsergebnis.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Nachts im Stadion

Als ich vor geraumer Zeit angefangen habe, regelmäßig über die Eintracht bzw. über das Leben mit ihr zu schreiben, war meine größte Befürchtung, dass ich zu nah an etwas, was mir sehr wichtig ist, heranrücke. Beschreiben, erzählen, wissen wollen, verstehen, analysieren, kritisch einschätzen, dumm käsen - trotz allem ist da eben doch dieser unverbrüchliche Kern, dieser Zauber, den ich mir bewahren möchte und der von all dem unberührt bleibt und bleiben soll. So, wie wenn man als kleines Kind auf den Boden stampft und sagt: Trotzdem. Mir doch egal, dass ich es besser wissen müsste, dass die Welt böse und der Fußball „modern“ ist. Meine Eintracht. Trotzdem!

Weil das so ist, erlaube ich mir – zumindest manchmal - manche Dinge bei der Eintracht gar nicht so genau wissen zu wollen. Weil das so ist, halte ich die Augen offen und schaue hin (doch, muss man!), passe aber auf, dass ich mich nicht selbst austrickse. Geheimnisse ruhen lassen, Träume bewahren, die Unmittelbarkeit des Erlebens, den Augenblick, bewahren. Würde mir jemand den Vorschlag machen, irgendwo Bob Dylan persönlich zu begegnen – nie, nie würde ich das machen - zumindest nicht als „Fan“. Wenn es sich zufällig ergäbe, irgendwo, in einer Kneipe (soll ja vorkommen, dass der Mann am Rande seiner neverending tour nachts durch die Straßen läuft) – ja, das vielleicht schon. „Hey, Bob“ – mehr nicht. Oder vor ein paar Monaten, in dieser schrecklichen Rückrunde als der Eintracht das Wasser schon bis zum Hals stand. Da hatte ich das Angebot das Spiel der Eintracht gegen die Kölner für eine Wochenzeitung zu twittern und hinter den Kulissen dabei zu sein. Es war verlockend. Aber wie hätte das gehen sollen? Mein Platz war in dieser Situation bei meinen Mit-Adlern im Block. Ich habe abgelehnt. Was für ein Glück...

Gestern Abend war Weihnachtsfeier im Eintracht-Museum und da habe ich zumindest eine kleine Hürde übersprungen, um die ich bisher einen Bogen gemacht hatte: Ich war in der Spielerkabine und im nächtlichen Stadion. Das ist doch gar nicht soooo außergewöhnlich, wird manch einer jetzt vielleicht sagen. Stadionführungen, viel länger und ausführlicher, als die, die wir gestern gemacht haben, gibt es ja regelmäßig. Auch nachts. Ja, so ist das. Trotzdem.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Weihnachtsmänner. Ölsardinen.

In zwei Tagen ist Nikolaustag. Als ich ein kleines Mädchen war, war ich der festen Überzeugung, dass der Weihnachtsmann im Haus meiner Oma auf dem Speicher wohnte – und so ganz bin ich heute noch nicht davon überzeugt, dass das nicht vielleicht wirklich so war (oder ist). Sehr früh morgens kam er manchmal herunter in die Küche, um dort mit meiner Oma eine Tasse Kaffee zu trinken. Das war doof – so früh morgens lag ich noch im Bett und durfte bei dem Besuch nie dabei sein. Mit dem Weihnachtsmann ist es wie mit den Heinzelmännchen, erklärte mir meine Oma, wenn Kinder ihn zu Gesicht bekommen oder ihm sogar auflauern, um ihn zu sehen, kommt er nie wieder. So blieb ich im Bett, kuschelte mich noch einmal ein und spitzte die Ohren, ob ich zumindest hören konnte, was der „Niggolos“ mit meiner Oma schwätzt. Darübe bin ich dann meistens wieder eingeschlafen  und wenn ich wieder aufwachte, war es Zeit für mich zum Aufstehen. Der Weihnachtsmann war dann schon längst wieder weg.

Was für ein Glück, dass meine Oma mich davon überzeugt hat, dass es nicht gut wäre, meine Nachforschungen in Sachen Weihnachtsmann zu intensivieren. Und was für ein doppeltes Glück, dass ich  – zumindest in dieser Angelegenheit und zumindest damals noch - ein braves kleines Mädchen war. So haben meine Oma und ich also damals schon dazu beigetragen, dass der Weihnachtsmann der Eintracht am Ende der Hinrunde der Saison 2011/12 38 Punkte beschert hat.

Aus dieser Geschichte kann man mehreres lernen:

Samstag, 3. Dezember 2011

17 (von 34)

Kaum zu glauben, heute Abend ist es soweit – wir haben die Hälfte unserer Zweitligazeit bereits hinter uns gebracht. Viel zu langsam könnte man meinen, und doch so schnell, so schnell. Wie viel Welt passt in fünf Monate, in einen Monat, in eine Woche?

Die Eintracht spielt erfolgreich, hat erst ein einziges Mal verloren und hat die beste Zweitligahinrunde ever gespielt. Trotzdem können wir uns nicht so richtig dazu entschließen, diese Tatsache zu bejubeln. „Erfolgreichste Zweitligasaison ever“ . Mmh. Ist das jetzt Hohn oder Lob?

Manchmal sieht es so aus als hätten wir uns jetzt aneinander gewöhnt – an die Liga, an die neu zusammengestellte Mannschaft, an den Trainer -, aber in Phasen in denen es nicht so läuft, wie wir glauben, es erwarten zu dürfen - da zeigt sich, wie fragil das alles noch ist. Drei Spiele, in denen wir „nur“ glücklich gepunktet haben, die erste Niederlage – und die kritischen Stimmen mehren sich. Hier und da wird bereits der Skibbe an die Wand gemalt.

Nicht nur wir granteln - auch unser Trainer grantelt mit uns. Mal sind wir zu wenig euphorisch. Mal machen wir es uns zu einfach, wenn wir meinen, dass wir jeden Gegner einfach so weghauen - wir nähmen den Aufstieg zu selbstverständlich. Zu selbstverständlich? Wir? Spätestens in der Rückrunde der letzten Saison haben wir gelernt, bei der Eintracht ziemlich wenig für selbstverständlich zu nehmen.

Obwohl...naja... das da heute - das vielleicht schon.

Dienstag, 29. November 2011

Spieler der Stunde: Alex Meier

Die Niederlage gegen 1860 München hat neue Erkenntnisse gebracht. Sie hat Erkenntnisse bestätigt, die wir ohnehin schon hatten, auf die wir also hätten verzichten können und sie hat Fragen aufgeworfen, die wir uns lieber nicht hätten stellen wollen.  Nur eine Spitze? Geht nicht. Nur eine Spitze, die Gekas heißt? Geht gar nicht. Das haben wir schon gewusst. Wir sind (so Armin Veh) gar nicht so richtig breit aufgestellt. Das ist neu. Und wir können uns jetzt darin übern, herauszufinden, wie gut es ist, auch mal zu verlieren. Kam die Niederlage zur rechten Zeit, weil „wir“ (also: wir Spieler) jetzt wissen, „dass wir so ein Spiel auch verlieren können. Vielleicht führt es dazu, dass wir im Hinterkopf noch ein paar Prozentpunkte zulegen.“ (Zitat Benni Köhler). Wenn es richtig ist, dass wir verloren haben, weil Idrissou gefehlt hat, warum ist es dann ebenfalls richtig, dass  wir das Spiel trotzdem hätten gewinnen müssen? Sind wir Glücksritter oder Pechvögel (Zitat Armin Veh)? Können wir kein Spiel 90 Minuten auf gutem Niveau durchziehen? Und wenn wir es können, warum tun wir es nicht? War das Spiel in München das folgerichtige Ergebnis einer Kette von schlechten? War es der Anfang einer Krise oder der Hallo-wach-Startschuss für die in diesem Jahr noch anstehenden wichtigen drei Spiele?

Wie auch immer: Die Eintracht ist nicht mehr ungeschlagen. Düsseldorf  ist wieder mit drei Punkten vorbei gezogen. Die Mannschaft ist - immer noch relativ sanft, aber eben doch - auf dem Boden der Tatsachen, genau dort, wo sich auch die Wahl zum „Spieler der Stunde“  befindet. Ich hatte da so eine Ahnung, dass die relativ hohe Beteiligungsquote nach dem Umzug aus der Klappergass sich nicht halten würde. Dass sie gleich so schnell in den Keller rauschen – und die Beteiligung sogar unter der Teilnehmerzahl des (sehr witzigen!) „40 Deppen ein Gedanke“-Spiels im Forum liegen würde - das hätte ich nicht gedacht.

Nach Niederlagen fällt es schwer einen Spieler besonders herauszuheben – ok, das kann als Grund herhalten, überzeugt mich aber nicht wirklich. So fühle ich mich ein bisschen wie Professor M. an der Mainzer Uni, der seine Vorlesung im P1 (dem größten Lehrsaal) zu Beginn eines Semesters zunächst vor vollen Rängen abhielt, Woche für Woche mehr Schwund in Kauf nehmen musste und schließlich den Saal so weit leergeredet hatte, dass er mit dem verbliebenen Häuflein in einen Seminarraum umziehen konnte. Als Trost bleibt: Wir – also der Rest – haben dann bis zum Semesterende durchgehalten . Und die Vorlesung war ziemlich gut.

In diesem Sinne: Danke an diejenigen, die bei der Wahl des Spielers der Stunde dabei geblieben sind und – wie ich hoffe – auch bleiben. ”Things should start to get interesting right up now.”

Und jetzt zur Auswertung:

Sonntag, 27. November 2011

Achtung! Achtung!

Samstag, 26. November, später Vormittag: 
Ich sitze am Tisch, trinke eine Tasse Kaffee. Die Terrassentür steht offen und ich schaue in den milden, herbstgrauen Garten. Da, plötzlich, ein Riesenschlag. Wir (= Kater, Katze, ich) schrecken hoch. Was war das? Ein Riesenrebhuhn ist (wohl auf der Flucht vor den heute in den Äckern wütenden Jägern) auf das Vordach geplumpst.

Samstag, 14 Uhr 50: 
Die Eintracht hat gerade mit 2:1 bei 1860 München verloren.

Samstag, später Abend, eigentlich schon Nacht: 
Wir schauen uns seit langer Zeit einmal wieder den Woody Allen-Film „Radio Days“ an.

Ihr wisst schon: Radio Days, das ist dieser zauberhafte Film, in dem Woody Allen erzählt, wie der Rhythmus, die Gedanken, das Leben und die Träume seiner Familie mit dem verwoben sind, was es im Radio täglich zu hören gibt.

Anfang der 40er Jahre. Tane Bea hat immer irgendein Rendezvous, aus dem dann doch nichts wird, und  hört hauptsächlich Musik. I’m getting sentimental over you. One, Two, Three, Kick. Tante Ceil lacht sich scheckig über einen Bauchredner (Bauchredner? Im Radio. Na und!) Ma und Pa lauschen im Frühstücksradio den nachrichten aus der feinen Welt im fernen New York. Und der kleine Woody, der im Film zwar Joe heißt, aber genauso aussieht, wie der kleine Woody ausgesehen haben muss – der kleine Woody liebt vor allem eins: Den maskierten Rächer, der (wie wir bei Einblendungen ins Studio sehen können), im wirklichen Leben ein mickriges Männchen, aber im Radio wild und gefährlich ist und von Woody heißt geliebt wird. Ziel aller Träume ist der Ring des maskierten Rächers. Der hat sogar ein Geheimfach. Joe-Woody hat ihn leider nie bekommen.

Wir alle haben sie kommen sehen. Irgendwann war sie fällig, diese Niederlage. Haben uns in den letzten Spielen schon mehr oder weniger durchgemogelt. „Irgendwann ist das Glück aufgebraucht“, warnte Oka. Jetzt war es soweit.

Freitag, 25. November 2011

16 (von 34)

Meine letzte direkte „Begegnung“ mit den 60ern – genauer gesagt: mit Einem von ihnen - liegt noch gar nicht so lange zurück. Sie war am 19. März dieses Jahres – das war der Samstag, an dem die Eintracht gegen den FC St. Pauli gewonnen hat. Endlich, endlich. Ein Sieg. Wir wussten damals noch nicht, dass es der letzte in dieser Saison bleiben sollte, waren gewiss nicht euphorisch, aber erleichtert und absolut sicher, dass damit die Wende geschafft und das Schlimmste – der Abstieg – so gut wie abgewendet wäre. Noch sieben Spiele, nur noch ein oder zwei Mal gewinnen. Das musste doch zu machen sein. Heute wissen wir: War es nicht.

An diesem Nachmittag glaubten wir jedenfalls noch daran. Wir hatten es nicht eilig nach Hause zu kommen, ließen uns Zeit, schwätzten, blödelten und schlenderten gemächlich Richtung Ausgang.

Flashback.

Gerade sind wir auf dem Weg hinter der Haupttribüne angekommen. Halten noch kurz am mobilen Fanshop und kaufen zwei Feuerzeuge. Tappern weiter. Jetzt, wo der Adrenalinpegel allmählich wieder absackt, merke ich, wie angespannt ich gewesen sein muss. Müd, wehe Knochen. Ein gut angetrunkener Pauli-Fan überholt uns. Er schwankt bedenklich, sein dünner Zopf wippt auf dem Rücken, sein Bierbecher schwappt.

Wieder da.

Am Wochenende war an der Uni in Mainz „Elternalarm“ – echt wahr und ein weiteres Indiz für die fortschreitende Verschulung und Verblödung der Universitäten. Die Eltern der Studierenden waren geladen, die große weite Welt der Uni zu bestaunen, durften selbst mal am Seziertisch stehen, bei einer lustigen Literaturshow dabei sein, in der (vielleicht mit 05er Fähnchen geschmückten?) Mensa eine 1a-nährstoffreiche und gesunde Mahlzeit verzehren und mit dem Gutenberg-Express eine Sightseeingtour durch Mainz machen. Apropos Gutenberg: Der war auch da, also der „Guddi Gutenberg“ – bekannt aus der Mainzer Fernsehfastnacht und im richtigen Leben Direktor an einer Mainzer Schule. Als Mainzer Aushängeschild war er – im Original Bütten-Guddi-Outfit - dazu ausersehen, eine Willkommensrede an die anwesende Elternschar zu halten.

Guddi war nur ein Vorbote, ich hatte da irgendwie eine böse Vorahnung und tatsächlich: Einen Tag später war auch er wieder zurück, Karl-Theodor zu Guttenberg. Auf den ersten Blick kaum wieder zu erkennen, auf den zweiten der unverändert gleiche. Schon wieder ein Plagiat, schon wieder die Fußnote vergessen.

Die „Affäre Guttenberg“ verläuft in meinem Gedächtnis parallel zum Abwärtsstrudel der Eintracht. Gelackte, uneinsichtig-trotzige Fassade und nichts dahinter. Alles Lüge. Nichts echt, alles Täuschung. Erst war Guttenberg weg – im „Exil“, ein paar Wochen später die Eintracht in der zweiten Liga.

Mittwoch, 23. November 2011

Spieler der Stunde: Karim Matmour

Manche Fußballspiele sind einfach nur Fußballspiele. Andere regen dazu an, sich mit den großen Dingen des Lebens auseinanderzusetzen. So wie das Spiel der Eintracht gegen Aachen, das allerorten zu fast philosophischen Diskussionen führte. Ist Glück unendlich? Ist es Ausdruck von Stärke oder von Schwäche, wenn man es über Gebühr in Anspruch nimmt? Kommt Glück immer dorthin wo ohnehin schon Glück herrscht? Und wenn dies so ist, ist das dann verdient? Kann man Glück planen? Ist geplantes Glück überhaupt Glück? Kann man dem Glück trauen, kann man sich darauf verlassen? Und wenn man sich darauf verlässt, verlässt es einem dann? Oder bleibt es gerade dann, wenn sich nicht darauf verlässt, aber darauf vertraut, dass man es hat und deshalb den Mut hat, es zu erzwingen? Fragen über Fragen.

Jetzt aber wirklich schnell zum Spieler der Stunde bevor das Spiel in München angepfiffen wird.

Sonntag, 20. November 2011

Du liebes bisje

Sonntag, 20. November. Waldstadion. Eintracht Frankfurt gegen Alemannia Aachen. Was war das denn?

Erste Pfiffe vor der Halbzeitpause. Ich ärgere mich. Hey. Ok. Muss so nicht sein. Besser wir machen das 3:0 noch vor der Pause, Ok, da haben die Jungs einen Gang zu viel runtergeschaltet. Nach dem 2:0 kam ja gar nichts mehr. Null. So lässig darf man da nicht sein. Lässig? Pomadig. Ohne Druck. Aber hey – hoppla – zweizunull. Wir führen klar. Jetzt drehen wir nach der Pause wieder ein bisschen auf. 3:0. 4:0 und gut ist. Fünf Minuten sieht es auch so aus. Das wars dann aber auch schon. Von den Aachenern immer noch wenig zu sehen. Zum Glück.  Schwach, ganz schwach. Aber warum, warum können wir nicht einfach mal ein Spiel konzentriert zu Ende spielen.  Rode fasst sich ans Knie. Meier. Wo? Djakpa scheint sich heute ein freiwilliges Flank-Verbot auferlegt zu haben. Gut so.

Im Stadion macht sich so etwas wie Langeweile breit. Der Aachener Fan-Block erzeugt pflichtschuldigst eine kleine gelbe Wolke. Ui. Pyro. Die West verfällt in einen wohlig einschläfernden Dauergesang. Ok. Irgendwie werden wir schon noch eins machen. Keine Panik. Auf jetzt Eintracht, macht das Ding klar. Freistoß Köhler. Boah. Waterman lenkt den Ball über die Latte. Das war knapp. Wie? Was? Schon die 65. Da kann doch nichts mehr anbrennen. Kann nicht? So reiten wir uns selbst noch in die Scheiße. Maaaaan. Hallo, ihr Lieben. Spielen. Das Spiel ist noch nicht aus.

68. Minute. Verdammt. Verdammt. Das geht schief. Das wird, das muss schiefgehen. Arrg. Da isser schon, der Anschlusstreffer.Boah. Glück gehabt, grad noch mal. Der Pfosten. Nix da: der Benni, auf der Linie. Mit dem Kopf. Uff. Das hätt ich nicht für möglich gehalten, dass ich heute hier noch in meine Eintracht-Notfall-Hallo-Wach-Schrei ausbrechen muss. Eintracht. Eintracht. Die Sitznachbarn zucken zusammen. Eintracht.Zu spät – da ist es das 2:1, jetzt wirklich.  Ich habs gewusst. Ich habs gewusst. Auer. Mit der Hacke. Echt? Ja. Mit der Hacke.

Samstag, 19. November 2011

15 (von 34)

Zwei Wochen ist es her, dass die Eintracht mit Ach und Krach, aber am Ende doch – yep! - in Aue gewonnen hat. Vor dreieinhalb Wochen war das letzte Spiel im Waldstadion und mir kommt es vor, als sei das alles schon Monate her. Nebel wallt übers Land, Weihnachten steht fast schon wieder vor der Tür. Kaum zu glauben. Viel ist passiert in den letzten beiden Wochen. In der Welt, bei der Eintracht. Aufgewühlt. Abgehakt. Komplett. Zumindest manchmal. Bei einigen. Bei anderen: mal mehr, mal weniger. In Position gebracht. Diskutiert. Kritisiert. Gewarnt. Gelobt. Je mehr geschrieben und geschwätzt wird, desto ferner scheint das zu rücken, um was es eigentlich geht. Morgen dann also endlich wieder Fußball, einfach nur Fußball. Hoffentlich. Sicher kann man sich in diesen Tagen ja nicht sein.

St. Pauli (heute) und (!) Paderborn (gestern) haben bereits 3 Punkte vorgelegt; Düsseldorf zeigt erstmals eine klitzekleine Schwäche und holt  nur einen Punkt. Armin Veh, der – sorry, lieber Charly Körbel – zum  Glück kein bisschen an Jogi Löw und noch viel weniger an Jupp Heynckes erinnert, warnt und  findet es respektlos, wenn man einen Gegner unterschätzt. Damit hat er recht. Trotzdem sollten wir davon ausgehen können, dass die Eintracht morgen gegen Aachen als klarer Favorit ins Spiel und am Ende - trotz ausgeklügelter Friedhelm-Taktik – auch als Sieger vom Platz geht. Das letzte Spiel gegen Aachen im Waldstadion war ein vollkommen abgedrehtes, durchgeknalltes Pokalspiel im Spätsommer 2009. 1:0. 2:0. 3:0. 3:1. 4:1.5:1. 5:2.5:3. 5:4. Hilfe. 5:4. Elfmeter. 6:4. Mein Blog-Eintrag damals sah so aus:


Ganz so muss es morgen nicht abgehen- aber so ein Hauch von Mind-Blowing – hey, ihr Jungs in rotundschwarz – das könnte ich grade ganz gut gebrauchen.

Ein bisschen Rästeln zum Einstimmen?

Mittwoch, 16. November 2011

Guter Rat ist (nicht) teuer

Kalt ist es geworden, in den letzten Tagen. Rund herum kränkelt alles, Schnupfen, Husten, Halsweh, Grippe, Nebenhöhlen, Ohrtubenkanal-entzündung (ja, so was gibt es!) und - wie immer – fällt mir als erster Ratschlag zur Erkältungsprävention das ein, was meine Oma mir mit auf den Weg gegeben hat: „Von unne ruff muss mer warm sein.“

Ein einfacher, aber guter Tipp, der dabei hilft, der Kälte, vielleicht ja sogar der Welt zu trotzen und der sich  für mich aus heutiger Sicht in das Bild fügt, das ich von meiner Oma bewahre, und ein ganz bestimmtes – warmes und helles – Licht auf sie wirft.

Ganz anders meine Tante Lisabeth, die leider auch nicht mehr lebt. „Langes Fädchen, faules Mädchen“, pflegte sie zu z.B. sagen, wenn sie fand, dass es schon aus Prinzip verwerflich sei, wenn man – zumal als ordentliches kleines Mädchen - bei einer Aufgabe „huddelte“. Mmh. Ein eher rigides, unbarmherziges Weltbild. Und so war ich ernsthaft empört, als die Tante eines Tages behauptete, sie hätte diesen Satz von meiner Oma übernommen. Meine Oma. Nie, nie hätte sie so etwas gesagt. Sorgfältig und achtsam. Liebevoll im Detail. Aufmerksam, niemals huddelig. Aber: Ist doch klar, dass es auch mal schnell gehen muss. Regeln sind dazu da, um auch mal davon abzuweichen. Und wenn’s hart auf hart kommt, ist es sowieso am besten, wenn man sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und sich auf das verlässt, was man selbst für richtig hält: „Steig vom Kreuz und hilf dir selber.“ (Zitat Oma)

Es ist schon merkwürdig, wie der Fundus an Zitaten, Geschichten und Sentenzen, die man als Urgrund aus der Kindheit bewahrt, die Sicht der Welt und der Dinge prägt, aber doch auch manches Geheimnis offen lässt.

Eines liegt z.B. über meiner musikalischen Früherziehung, die ich meinem Opa verdanke, der mir bereits  im Kindergartenalter das Noten lesen beibrachte, zu der aber auch mein Klassenlehrer´in der Grundschule, Herr S., nicht unerheblich beitrug. Herr S. war ein sehr korrekter, aber irgendwie auch cooler junger Mann, der "anders" war als die anderen Lehrer.  Er fuhr einen Sportwagen - ein Cabrio -, er  trug eine braune Lederjacke – und manchmal brachte er seine Gitarre mit in den Unterricht.  Herr S. spielte, wir sangen - und manchmal spielte und sang er uns etwas vor und wir stimmten nur beim Refrain mit ein. Z.B. bei meinem damaligen Lieblingslied: „Wähla, wähla, schääla wähla schäla wähla ho“ sang ich lauthals  und trällere ich auch heute noch oft vor mich hin, denn nicht nur der Text dess Liedes, auch seine Melodie ist mir erhalten geblieben ist.

Wähla Schäla? Hää? Wie heißt das Lied denn richtig? Und in welcher Sprache hat Herr S. gesungen? Keine Ahnung. Und ich will es auch gar nicht wissen. Ein paar Geheimnisse muss man sich im Leben erhalten.

Kein Geheimnis ist: Am Sonntag spielt die Eintracht gegen Alemannia Aachen. Es soll kalt bleiben. Deswegen denkt dran: Warm anziehen, vor allem von unne ruff.

Freitag, 11. November 2011

Bumbaaf

Heute beginnt also die Weihnachts – (**ähem**oops** grübel** Da war ich wohl grad im falschen Film.) nein, die Fastnachtszeit. Ja, genau. Die ist gemeint. Was mich nur am Rande tangiert, weil: Närrisch bin ich sowieso und zwar das ganze Jahr über – wäre ich sonst Eintrachtler? Aber nicht nur das: Ich bin nicht nur närrisch, sondern von Natur aus auch unglaublich schön. Deswegen würde ich auch keineswegs - wie 65 % meiner Geschlechtsgenossinnen - 11 Prozent meines IQs hergeben, um dadurch noch schöner zu werden. Obwohl das natürlich ein cleveres Angebot ist, weil: wer sich darauf einlässt, ist hinterher zu dumm, um zu begreifen, dass der Deal nicht funktioniert hat. Warum sonst gäbe es so viele Dumme, die es nicht durch Schönheit herausreißen?

Ok. Schön, muss ja auch nicht sein. Hauptsache, Mann findet zur richtigen Zeit und am richtigen Ort die richtigen Worte. So etwas wie: Topclub. Etabliert. Frankfurt. Brügge. Eskisehirspor. Hauptsache Europa-Kapp.
 
Ganz im Stillen habe ich – närrisch wie bin - außerdem beschlossen, dass ich sofort nach dem nächsten Heimsieg der Eintracht gegen Aachen, drei Dinge unbedingt abschaffen werde: 1) Fortuna Düsseldorf 2)Länderspielpausen und….drittens….ähem… Das fällt mir jetzt nicht mehr ein.

Ihr Liebe Leut, es ist so weit
Heut beginnt die Fastnachtszeit
Die Eintracht, die wird weiter siegen
Im Mai, da wird dann aufgestiegen
Da wird gedanzt und laut gelacht
Da brauche mer kaa Fassenacht.

Donnerstag, 10. November 2011

Spieler der Stunde: Erwin Hoffer

„Eigentlich gibt es nix zu meckern – gibt es aber doch.“ Das sagte Armin Veh nach dem Spiel der Eintracht in Aue. Und es war noch mehr, was er sagte: „Die Pause kommt uns gerade recht“, zum Beispiel. Die Erwartungen an die Eintracht seien zu hoch. „Jetzt soll Düsseldorf mal den Favoriten spielen,“  findet er. In der Frankfurter neuen Presse wird das gar zum „Veh schlägt Alarm“ und der Trainer „poltert gegen das Gerede von der Frankfurter Dominanz.“

Immer mehr verdichtet sich das Gefühl: Der Mann passt zu uns. Was bei uns Knoddern ist, ist bei ihm Granteln. Er steht bei der Mannschaft und hat trotzdem einen aufmerksamen und skeptischen Blick auf das, was geschieht - in der Mannschaft und im Umfeld. Er weiß, Dinge (fast) sprechblasenfrei einzuordnen. Und:  Er lässt sich das Granteln nicht verbieten - wobei er das, über was er grantelt, selbst entscheidet, und zwar jeden Tag neu. Gut so. Nur die Paranoiden überleben. Obwohl das Spiel vom Montag auch den weniger Paranoiden jede Menge Mecker-Steilvorlagen geliefert hat. Zufall. Glück. Hübsch häßlich. Unverdient verdient. Genervt. Angefressen. Stinksauer. So oder ähnlich waren die Kommentare. Unterm Strich stehen die drei Punkte, die dafür sorgen, dass die Eintracht über dem Strich steht und - nicht ganz unwesentlich - ungeschlagen bleibt.

Auch ich war ärgerlich während des Spiels, was fast noch schlimmer war: Ich bin erschrocken. Dieses Spiel hat mich irgendwie auf dem falschen Fuß erwischt. Keine Ahnung, warum wir so aufgetreten sind wie wir aufgetreten sind. Die Spielfreude, die Sicherheit im Passspiel, Laufwege, Raumaufteilung. All das,  was wir spätestens seit dem Spiel gegen Duisburg als selbstverständlich voraus setzen, war weg. Kein Druck. Keine Dominanz. Viel zu weit weg von den Gegenspielern. Eingelullt in die eigene Spielweise. Kein Hebel da zum Umschalten. Ja, solche Spiele gibt’s. Trotzdem gibt es solche Spiele die so sind, und solche die sind so, dass sie doch schon wieder ein bisschen anders sind. Und so eines - so eines war das am Montag abend in Aue.

Montag, 7. November 2011

14 ( von 34)

Aue? Früher Wismut. Dreimaliger DDR-Meister. Letztes Jahr Überraschungs-Fünfter in der zweiten Liga. Erzgebirge. Zwickau. JWD. Könnte eigentlich idyllisch sein, ist es aber wohl nicht. Jedenfalls wird es immer leerer. Zumindest der Flora rund um Aue herum tut das anscheinend gut: Um den Auer Talkessel wachsen Pioniergehölze (Überbleibsel aus DDR-Zeiten?), während sich entlang des Schwarzwassertals die  „Staubige Wucherblume“ ausgebreitet hat. In Flussnähe wachsen die Schwarze Teufelskralle, die Rote Nachtnelke (yep, rotundschwarz)  und der Knotige Braunwurz (na ja...). Mehr noch wächst im Sommer: Zum Beispiel der Behaarte Kälberkropf und die allseits beliebte Wald-Engelwurz. Von Veilchen habe ich nichts gelesen. Stattdessen bin ich auf zwei weitere, eher seltene Gewächse gestoßen: Die Meisterwurz (ausdauernd, krautig, aufrecht, rauflaumig behaart, stark, würzig) und die Zittergras-Segge (lang, schlaff, scharf dreikantig, strohgelb und stumpf, blassgelbe Ährchen, gekrümmt). Womit wir  irgendwie auch schon beim Thema wären.

Heute also: Die Eintracht in Aue, dem letzten Zweitliga-Zwischenstopp im Osten. Parole für's Spiel? Die weiß, wer die folgenden Fragen beantwortet und  die Buchstaben der richtigen Antworten hintereinander reiht. Kleiner Zusatzhinweis: Es handelt sich um eine wunderbar gereizte Wortschöpfung, nachzulesen im Vorbericht im Eintracht-Forum.

Aaaalso:

Sonntag, 6. November 2011

Wahl zum Spieler der Stunde

Jetzt bereits seit über einem Jahr, seit Beginn der Saison 2010/11, wird von Kid in der Klappergass nach jedem Spieltag die Wahl zum „Spieler der Stunde“ durchgeführt. Eine feine Rubrik, die Kid zum Beginn der Saison 2010/11 ins Leben gerufen hatte. Spieltäglich beteiligen sich seit dieser Zeit regelmäßig 70 bis 170 Leser an der Wahl. Das Abstimmungsergebnis wird nicht nur einfach zur Kenntnis genommen, sondern bietet  - fast seismographisch -   allwöchentlich Anlass zu einer Art Standortbestimmung – die Stimmverteilung, die Gründe für die Wahl des einen oder anderen, Tendenzen,  Meinungen und Entwicklungen werden einbezogen und mit  zwei, drei Tagen Abstand zum Spiel eingeordnet und diskutiert.

Seit der vergangenen Woche ist die Klappergass leider, leider geschlossen, ob nur für kurz oder für länger, lässt Kid offen und hat mich gebeten, die Wahl zum Spieler der Stunde vorläufig bei mir im Blog fortzuführen. Das mache ich sehr gerne, auch wenn ich mir wünsche, dass es sich hierbei nur um eine vorübergehende Vertretung handelt.

Also, dann. Here we go. Wollen mir mal hoffen, dass die Teilnehmerzahl durch den „Umzug“  von dort nach hier nicht allzusehr leidet  und dass ich die hohe Messlatte, die Kid gelegt hat, einigermaßen erreiche. Wie Kid kann sowieso nur Kid - ich mache es dann halt auf meine Art - und im Geiste der Klappergass. Morgen, nach dem Sieg in Aue geht es los. Macht mit!

Bescheuert?

„Bin ich eigentlich bescheuert?“ Dachte ich vorgestern Abend, spätestens um ca. viertel nach Zehn als in der Mainzer Coface-Arena der gut organisierte Jubel der 05-Gemeinde über mir zusammenschlug. Ja, tatsächlich, ich war da. Mein Mit-Adler ist Schwabe und dem VFB in heimatlicher Zuneigung verbunden. Ein guter Freund, der in einem anderen Leben aber eben auch 05er ist, hatte uns zwei Karten – richtig feine Karten, Stehsitz, Mitte der Gegengeraden, direkt am Spielfeldrand – vermittelt. Die Aussicht auf einen Sieg des VFB schien mehr als realistisch. Also machten wir uns auf den Weg. Und es kam wie es wohl kommen musste.

Bescheuert. Ein Wort, das irgendwie aus der Mode gekommen  zu sein scheint, mir in der zurückliegenden Woche aber immer wieder begegnet oder durch den Kopf gerauscht  ist.  Merkwürdig. Das muss dann wohl an mir (oder an der Woche) liegen.

Sonntag, 30. Oktober 2011

13 (von 34)

Seit heute gehen die Uhren wieder anders. Das ist gut, weil: Eine Stunde länger schlafen. Das ist nicht gut, weil: Die Verweildauer der Eintracht in der zweiten Liga wird (zumindest vorläufig) um eine Stunde verlängert. Wie gut, dass wir sie zum Ausgleich gleich heute Nachmittag um weitere drei Punkte verkürzen können. Benno Möhlmann hat Vertrauen in seine Mannschaft, zumindest ein bisschen. Sie muss ja nur Fußball spielen, zusammenhalten und den Arsch hoch kriegen. Ich glaube, der Mann hat genau die richtigen Worte gefunden, um sein Team so richtig zu motivieren.

Und wir? Ganz einfach: Wir werden zeigen, dass das niederschmetternde Pokalaus gegen den FCK genau eines eben nicht tut: Uns niederschmettern.

Auswärtssieg! Und sonst gar nix!

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Wutsch und weg

Mittwochabend. Pokalspiel gegen den FCK. Es ist kurz vor 11. Seit Beginn der zweiten Halbzeit der Verlängerung sitze ich, nach vorn gebeugt, zusammengekrümmt, fast erstarrt. Eintracht, Eintracht. In den ersten 15 Minuten waren wir - wie in den ersten 45 regulären Minuten -   klar überlegen. Haben unser Heil nach Vorne gesucht. Haben Druck gemacht. Wollten vorlegen. Wie während der regulären Spielzeit hat es auch jetzt nicht geklappt. Ob jetzt nach hinten raus der Mut fehlen wird?

Irgendwie weiß ich, dass es kein Elfmeterschießen geben wird. Das eine Tor wird fallen, so oder so, und ich habe ein dumpfes Gefühl in welche Richtung das sein wird. Noch zwei Minuten. Getümmel im Strafraum, direkt vor uns. Die Situation ist geklärt. Doch nicht. Djakpa muss hingehen. Kann nicht mehr. Sie bekommen den Ball nicht weg. Ein Lauterer kommt zum Schuss, ein Eintracht-Bein oder Körper ist dazwischen, der Ball kommt aufs Tor. Oka bleibt stehen, geht raus. Weiß nicht. Der Ball kullert merkwürdig verdreht. Er ist drin. Er ist drin. "Neiiiiiiiiiiiiiiiiiin." Das war ich, die da aufgejault hat. Und obwohl ich den Stich am Ende fast schon erwartet hatte, bin ich jetzt erstaunt wie hart er trifft und wie weh er tut.

Ziehe mir meine Kapuze übers Gesicht, will nichts mehr sehen und hören – sehe und höre aber doch. Eintrachtler, die abwandern. Aus dem Augenwinkel zwischen den vorm Gesicht hängenden Haaren hindurch: Oka, der versucht die Jungs noch mal nach vorne zu treiben. Zwei Minuten Nachspielzeit. Die Jubelgesänge aus der Lauterer Kurve schwappen über mich hinweg. „…Frankfurt, Frankfurt, zweeeeite Liga, oh ist das schön, euch nicht mehr…“ Das ist der Moment, in dem ich merke, dass es nass von meinen Wangen tropft. Dumme Gans, denke ich. Aufstieg ist wichtig. Abhaken. Nicht unterkriegen lassen. Trotzdem. Übernächtigt. Durchgefroren. Ausgeträumt. Wieder einmal. Die Tränen tropfen weiter. So ein Spiel verlieren, ist immer auch: Ein Stück Welt verlieren. Eben noch da, jetzt wutsch und weg.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Oooops...

Aus einem Kommentar der Mainzer Rhein-Zeitung von heute. Es geht um die aktuelle Schiedsrichter-Affäre und insbesondere um das Verhalten von Theo Zwanziger:


Skandal!

Sonntag, 23. Oktober 2011

12 (von 34)

Andernorts und irgendwie auch hier ist bereits alles gesagt. Trotzdem: Aufstiegscountdown hier im Blog muss sein, ist ja – hehe – gute Tradition. Heute geht es also gegen den MSV Duisburg, der gestreift ist und in dieser Saison auch ungefähr so aus der Wäsche kuckt. Kein Wunder, wenn man als Irgendwie-Auch-Aufstiegsaspirant gestartet und – ähnlich wie der VFL Bochum – jetzt erst einmal am anderen Ende der Tabelle gelandet ist. Auswärts haben die Duisburger erst einen Punkt geholt (beim FSV), zu Hause gab es zwei Unentschieden (gegen Hansa Rostock und Union Berlin) und zwei Siege (gegen Dresden und letzte Woche gegen Ingolstadt), was  einen leichten Aufwärtstrend, aber eben doch nur magere 9 Punkte und Tabellenplatz 14 (noch hinter dem VFL) ausmacht. Auffallend:: Die  Niederlagen des MSV sind alle ziemlich knapp ausgefallen – 0:1, 1:2 – die Abwehr scheint also gut zu stehen. Das trifft sich gut. Wir haben nämlich – auch ohne Gekas -  den weltbesten Sturm seit Erfindung des Fußballs, die hochmotivierteste Mannschaft, die cleverste Führungstroika, die euphorischsten Fans, die qualitätsvollste Bank ever und die top-und-rundum- video-analysierteste Mannschaft, die den virtuosesten Angriffsfußball seit Menschengedenken spielt.

Oooopsala... Immer schön langsam und eins nach dem anderen. Solche Spiele, wie das nachher, die hat die Eintracht immer gerne... mmh.... also, sagen wir mal: Das sind die Spiele, bei denen wir - so viel Eintracht muss sein -  uns besonders am Riemchen reißen müssen.. Und das sind die Spiele, auf die es am Ende ankommt und die Meisterschaften entscheiden können. Deswegen:  Klaren Kopf bewahren – auf und neben dem Platz. Selbstbewusst sein, aber konzentriert bleiben. Ziel im Auge behalten. Weiter so Fußallspielen wie in den vergangenen Wochen.. Ungeschlagen bleiben. Düsseldorf und Fürth haben bereits beide gewonnen. Wir. Nachher. Auch.

Sieg!

Samstag, 22. Oktober 2011

"Windsocke classic"

Sicher erinnert sich der ein oder die andere noch an die Zeit als es einfach nur Cola gab? Kein „Cola light“, „Cola zero“, „Cola Kirsch“ – und also auch kein „Cola classic“. Weil: „Classic“ muss das Cola ja nur deshalb heißen, damit man merkt , dass es sich um das traditionelle Cola handelt. Und die Tradition ist es ja schließlich, die die Marke zusammenhält.

Tradition ist wichtig. Tradition ist das, was überdauert und bleibt. Obwohl auch Traditionen nicht mehr das sind, was sie mal waren und sich in immer kürzeren Rhythmen erneuern. Tradition ist oder hat das, was man dazu erklärt – z.B. die „arabische Revolution“. Von der war zum ersten Mal – sagen wir mal ganz grob – vor einem halben Jahr die Rede. Die „Occupy Wallstreet“-Bewegung gibt es seit ca. 4 Wochen. Sie steht folgerichtig „in der Tradition der arabischen Revolution.“ Seit knapp einer Woche ist die Occupy-Welle auch nach Frankfurt geschwappt - und siehe da, haben wir es nicht gewusst: Die „Occupy Frankfurt“-Bewegung steht „in der Tradition von Occupy Wall Street.“ Sozusagen „Revolution classic“, „Revolution light“ und „Revolution zero“ – ach nee, vielleicht doch besser: „Revolution Kirsch“.

Tradition haben auch das Bier und die Bratwurst beim Fußball. Es soll sogar schon mal vorgekommen sein, dass Blinde Bratwürste als Schiedsrichter eingesetzt wurden. Das wird sich sicher auch dann nicht ändern, wenn der DFB plötzlich voll im Trend seine moralischen Werte entdeckt und künftig auf Bierwerbung verzichtet. Na ja, da kräht kein Adler nach, aber der DFB muss sich dann eben andere Merchandisingwege suchen, um bei künftigen Events Nationalmannschaftstrikots unter die Leute zu bringen. Die „stilechte Bekleidung für jeden Spieltag“ wird es ja dann beim „Kauf von sechs 20er oder 24er-Kästen (außer Stubbi) oder zwölf 112-Kästen der Produkte Bitburger Premium Pils, Bitburger Alkoholfrei 0,0%, Bitburger Light und Bitburger Radler“ wohl sicher nicht mehr umsonst obendrauf geben.

Falls jemand allerdings auf den Gedanken kommen sollte – z.B. als Teil des Verhaltenskodex - ein Ebbler-Verkaufs- und Trinkverbot im Frankfurter Stadtwald zu verhängen, Frau Rauscher aus dem Stadion zu verbannen und künftig nur noch „Apfelwein light“ (= Abbelsaft) auszuschenken – dann, also dann, garantiere ich für nichts. Dann ist die Revolution der „Generation Boskop“ - in der Tradition des Odenwälder Frühlings – nicht aufzuhalten.

Aber gemach. Vorerst ist davon noch nichts in Sicht, obwohl im Wald bereits – wie die Frankfurter Rundschau gestern textete – ein anderer Wind weht. „Der Wind hat gedreht, und bläst der Eintracht nicht mehr frontal ins Gesicht, sondern druckvoll in den Rücken.“ Ob der Wind „light“ oder „strong“ ist, müssen wir zwar noch herausfinden, aber möglicherweise kann uns hier ein Produkt weiterhelfen, das es derzeit für 5 Euro 95 im Sonderangebot im Eintracht-Shop zu erwerben gibt: Die "Windsocke classic".

Ich habe keine Ahnung, was eine Windsocke ist, und kann deswegen leider auch nicht sagen, ob es neben der „Windsocke classic“ auch noch eine „Windsocke light“ gibt und was die beiden möglicherweise voneinander unterscheidet. Ich vermute mal: Beide zeigen an, woher der Wind weht. Und wenn „rotundschwarz premium“ die Zeichen der „Windsocke classic“ richtig deutet, dann kann das nur eines bedeuten: Sturm. Sturm, der über den Platz des Waldstadions in Richtung Duisburger Tor fegt.

Sieg! Und sonst gar nix!

Sonntag, 16. Oktober 2011

Occupy Tabellenspitze

Manchmal ist es so, dass einem ein Tag, ein Abend, nicht wie der Ablauf eines chronolgischen Geschehens im Gedächtnis bleibt, sondern wie eine folge hingetupfter Bilder. Der Freitag abend zum Beispiel:

Die Woche war zäh und anstrengend. Viel zu tun, keine rechte Inspiration. Alles gut. Alles nicht gut. Irgendwie hing eine Schlechte-Laune-Wolke über meinem Kopf und wollte sich nicht vertreiben lassen. Dann der Freitagnachmittag. Büro zu, PC aus. Hallo Welt!

Kurz vor 6, gleich Anpfiff in Bochum. Die Sonne steht tief hinter den Bäumen. Schattenspiele. Es wird kalt. Der Eintracht-Schal wärmt. Außerdem haben wir draußen, an der Feuerstelle im Garten, ein Feuer gemacht. Entzündet. Der Fernseher läuft, das Spiel beginnt später. Der Sky-Reporter überbrückt die Zeit durch ein Gespräch mit Uwe Leifeld. Leifeld? Stimmt, der stand damals, 1988, im Pokalendspiel, in der Mannschaft der Bochumer. Er spricht über Bochum, und man meint, dass er gleich zu weinen anfangen müsste, so echt, so authentisch ist das. Der schwätzt nicht irgendein Marketinggebrabbel von wegen Malocherverein, ehrliche Haut und Ruhrpott – der denkt, lebt und fühlt das so. If the Legend becomes truth.

Freitag, 14. Oktober 2011

11 (von 34)

Heute also. 18 Uhr. Anpfiff im - so called - "Rewirpower"-Stadion. VFL Bochum gegen Eintracht Frankfurt. Bei uns fehlt Gekas, macht aber nix, denn der hat zwar eine „bestimmte Qualität“, aber wir haben ja kurz vor Transferschluss „unheimlich gute Qualität“ eingekauft, deswegen  also auch jede Menge „Qualität auf der Bank“. Zudem haben wir jetzt auch noch hinten (Bamba, Schildenfeld. Oder Bell?) „Qualität und Stabilität“ entwickelt, und nach vorne ist unsere "Qualität sowieso überragend". Hey, im Ernst: Wir stehen auf Platz 2, wir sind ungeschlagen, wir können Fußball spielen. Wir haben Meier, Schwegler, Rode. Jung. Köhler. Hoffer. Djakpa. Mo. Oka. Und falls nicht noch einer krank wird, verschlafen hat oder aus sonstigem Grund kurzfristig ausfällt, fahren exakt 2.347 Fans nach Bochum, sind schon unterwegs, weitere 20.531.707 verfolgen das Spiel vor dem Fernseher, die Sonne scheint – hey, hey, hey - das wird.

Und da sitze ich jetzt also recht albern mit meinem Eintracht-Schal vor dem PC, das Eintracht-Shirt um den Hals - also: umgekehrt -  die Vorfreude aufs Spiel steigt, der Adrenalinpegel ebenfalls.  Die Arbeit sieht mich an, ich schaue weg. Müsste eigentlich... kann und will aber rnicht. Wollen wir doch mal sehen, wie wir die Zeit bis zum  Anpfiff wirklich sinnvoll verwenden können...

Mach den Bochum-Test! 

Wer diesen Test erfolgreich absolviert, kann damit Qualiltät unter Beweis stellen und leistet einen wichtigen Beitrag zum Sieg der Eintracht in Bochum.

Montag, 10. Oktober 2011

Zwischen den Spielen

So dauert sie also immer noch an die



Gerne wird diese Zeit auch als



bezeichnet, womit zum Ausdruck gebracht werden soll, dass in dieser Zeit nichts, aber auch gar nichts passiert, was auch nur das leiseste Wimpernzucken lohnt. So langweilig, furchtbar, furchtbar langweilig ist die Welt. Schauen wir mal kurz wie sie so war, die Welt in der vergangenen Woche…

Dienstag, 4. Oktober 2011

Lost and found

Was ist nicht alles heute hier und morgen da und dann schon wieder weg. Aufgetaucht und wieder verschwunden. Lost and found. Trainer, zum Beispiel. Oder Spieler. Heute in Bochum, morgen in Aachen. Vorgestern in Freiburg. Gestern in Gladbach. Heute in Frankfurt. Morgen? Wer weiß das schon. Das ist wie mit dem Wetter. Heute noch in mildes Licht getauchtes Spätsommerwetter, morgen (so heißt es) schon wilder, kalter Herbstwind. Man weiß nie, was wird, und was auf dem Weg durch die Welt so alles verschwindet und/oder (wieder?) auftaucht.

Manchmal verliert man etwas, bei dem man nie und niemals befürchtet hatte, dass es überhaupt wegkommen könnte. So ist es z.B. vor zwei Wochen einem Winzer im pfälzischen Deidesheim ergangen, als er mit der Traubenlese beginnen wollte. Der Weinberg war zwar noch da, aber die Trauben: Weg.

Manchmal findet man etwas, von dem man dachte, dass es für lange Zeit verschwunden sein würde. Dann taucht es wieder auf, und man ist sich nicht sicher, ob man dem trauen soll, was man da sieht – wie am Freitagabend im Waldstadion. Ein ums andere Mal kreuzte sich mein Blick mit dem des schräg vor mir sitzenden DK-Adlerfreundes. In unseren Augen: Staunen. Die Münder: Offen. Kann das sein? Was machen die denn da? Was ist denn da passiert? „Aus einem Guss, wie aus einem Guss,“ lese ich von seinen Lippen ab. Und: „Der Meier. Unglaublich gut. Was macht der denn?“ Dieses Lob aus seinem Mund – auch so ein fast nicht mehr erwartetes Fundstück.

Mitunter, ganz selten, kann es vorkommen, dass man etwas findet, von dem man gar nicht wusste, dass es verloren gegangen war. Die „Lost Notebooks“ von Hank Williams, zum Beispiel. Zufällig in einer Ledermappe im Nachlass entdeckt, jetzt vertont. Von Bob Dylan. Lucinda Williams. Jack White. Levon Helm. Merle Haggard und anderen. Am Samstag war die CD da – seitdem sind mein Mit-Adler und ich weg. Hin und weg.

Besonders merkwürdig ist es, wenn etwas nicht nur nicht weg, sondern einfach auf einmal da ist.

Noch einmal ein Flashback zum Freitagabend. Nach dem Spiel. Wir schlendern durch den Wald zurück, es ist noch warm, der Himmel glitzert, unsere Herzen sind froh und weit. Kurz vorm Ausgang, überholt uns ein junges Pärchen. Sie hat eine Rappermütze mit Adler auf dem Kopf, kurze Hosen, sieht lustig und cool aus. Im Vorüberlaufen spricht sie uns an. „Sagt mal…“ „Ja??“ „Sagt mal – haben die Berliner ein Tor geschossen?“ Ähem. Fragt sie das im Ernst? Sieht so aus, also: „Ja, haben sie.“ „War das ein Elfmeter?“ Stutz. „Nein, kein Elfmeter, aus dem Spiel heraus.“ „Ah so“, sagt sie, „dann also doch.“ Im Vorbeigehen dreht sie sich noch einmal um: „Wisst ihr - ich hab das nämlich net mitgekriegt. Auf einmal war’s da.“

Ja. So war das am Freitagabend. Auf einmal war das Tor, aber viel wichtiger: Auf einmal war "es" da. Deswegen mein dringender Appell: Wo auch immer es herkommt und was auch immer es ist. Hiergeblieben. Festhalten!

Freitag, 30. September 2011

10 (von 34)

Sie hießen zunächst Olympia Oberschöneweide, gehörten mal kurz zum Berliner Thor- und Fußball Club (BTuFC) Berlin, wurden dann zur Union, zur BSG Motor, zum TSC und schließlich - neugegründet - zum 1. FC Union Berlin. Sie standen vor dem Bankrott. Waren in all dieser Zeit nicht ohne Liebe und immer eisern. 2.000 freiwillige Helfer haben beim Umbau der Alten Försterei mitgeholfen. Im Sommer fahren sie Drachenboot und im Winter singen sie zusammen Weihnachtslieder. Manchmal - zum Beispiel heute Abend - fährt die Mannschaft nach einem Auswärtsspiel im Zug zusammen mit den Fans zurück nach Berlin. Gut so. Dann können sie sich gegenseitig trösten. Denn:

Gewinnen tut heute abend, ähem, nachmittag, ähem: jetzt gleich, nur eine Mannschaft: Eintracht Frankfurt!

Hier schon mal ein paar Vorschläge für die heute anzustimmenden Gesänge:

1)
2)


3) Oder einfach so:



Sieg - und sonst gar nix!

Donnerstag, 29. September 2011

Was bisher geschah... Die Spieltage 1-9 im Schnelldurchlauf.

(Fast) ein Viertel der Atomaufstiegssaison liegt hinter uns. Eine Saison, in der wir – z.B. Peter Fischer und ich – alles dem sofortigen Wiederaufstieg unterordnen. Die „neue“ Eintracht hat sich konsolidiert, das Spiel und seine tausend Optionen nehmen Kontur an, Mo Idrissou ist „unser neuer Held“, fast so etwas wie Yeboah (au weia), und wenn das gegen Union Berlin so läuft, wie wir alle hoffen, dass es läuft, dann stehen wir nach diesem Wochenende auf einem Platz, den wir dann hoffentlich bis zum Ende der Saison nicht mehr hergeben.

Neun Spieltage liegen hinter uns. Kurz noch einmal zurückgescrollt….

1.Spieltag (Freitag, 15. Juli 2011):
Greuther Fürth - Eintracht Frankfurt 2:3

Der Sommer will kein richtiger Sommer werden. Die Eintracht beginnt die Zweitligasaison, die zur Atomaufstiegsaison werden soll, in Fürth und sie beginnt sie grottenschlecht. Das ist nichts, gar nichts. Von den Neuzugängen stehen Schildenfeld, Lehmann, Hoffer und Djakpa in der Startformation. Fange an Djakpa zu mögen. Zur Pause liegt die Eintracht trotzdem mit 0:2 hinten und fast sieht es so aus als würde sie in der zweiten Liga nahtlos an die Tasmanenrückrunde anknüpfen.

Aber nach der Pause wird alles anders. Direkt nach Wiederanpfiff vergeben die Fürther eine Riesenchance zum 3:0 und danach kippt das Spiel. Die Eintracht wird stärker, die Fürther knicken aus unerfindlichen (für uns erfreulichen) Gründen ein. Alex Meier zeigt, dass diese Saison seine Saison werden kann – er erzielt beide Tore zum Ausgleich. Kurz vor Schluss erzielt der eingewechselte Karim Matmour sogar noch den Siegtreffer. Yeah. Marco Russ zeigt sich nach dem Spiel „glücklich, dass wir das noch gedreht haben“ und kann zu seinem weiteren Verbleib in Frankfurt noch nichts sagen. Danach setzt er sich zu Pierre Littbarski ins Auto und fährt ins Trainingslager der Wolfsburger. Und Tschüss.

Acht Vereine haben ihr Auftaktspiel gewonnen und liegen punktgleich an der „Tabellenspitze“, die Eintracht auf Platz 4.

2.Spieltag (Montag, 25. Juli 2011):
Eintracht Frankfurt - FC St. Pauli 1:1

In der Woche vor dem ersten Heimspiel hat die Eintracht „aus gegebenem Anlass“ einen Verhaltenskodex für Fans veröffentlicht und jetzt wissen wir also, dass wir im Stadion weder rauben, noch morden oder sonstige Gewalt anwenden dürfen.

Montag, 26. September 2011

9 (von 34)

1. Das Spiel:


2. Die Aufstellung:


3. Die Ausgangslage:


4. Klare Sache:


Nichts liegen lassen! Dranbleiben!  3 Punkte holen!  Auswärtssieg!

Sonntag, 25. September 2011

Alles ist relativ

Große Aufregung im CERN in Genf. Dort haben Forscher Neutrinos entdeckt, die auf dem Weg durch die unterirdische Röhre von Genf ins italienische Gran Sasso schneller unterwegs sind als die Lichtgeschwindigkeit. Die Forschungsergebnisse werden jetzt noch einmal gründlich geprüft.  Wenn sie tatsächlich bestätigt würden, wäre die Relativitätstheorie von Albert Einstein in ihren Grundfesten erschüttert.

Unfug. Sagt rotundschwarz. Jedes einigermaßen vernünftige hessische Kind weiß doch sowieso, dass nichts auf der Welt absolut ist – außer der Frankfurter Eintracht. Und dabei bleibt es auch, selbst wenn - nicht nur in Genf -, sondern auch in der CERN-Zentrale in Offenbach irgendjemand (Dr. Seltsam?) am Rad zu drehen scheint. Anders ist das unten abgebildete Neutrino nämlich nicht zu erklären.


Mit Gruß und Dank an den Freund im rheinhessischen Hinterland, der das Neutrino (ganz ohne Teilchenbeschleuniger) in Mainz entdeckt und mich darauf aufmerksam gemacht hat.

Donnerstag, 22. September 2011

Eine wie ich*

Das hat uns (gerade noch) gefehlt.

*** Live-Ticker-Protokoll aus dem Hause rotundschwarz*** Live-Ticker-Protokoll aus dem Hause rotundschwarz***Live-Ticker-Protokoll aus dem Hause rotundschwarz***

7 Uhr 21: Durch den Rolladen flimmert das Morgenlicht. Aus den Weinbergen höre ich das Plopp plopp der Schreckschussanlagen. Die Katze fängt meinen Fußzeh und fiept. Ich stehe auf.

8 Uhr 32: Im Büro. Rufe meine Mails ab. Es sind 17. Drei davon beantworte ich direkt.

9 Uhr 22: Der dpa Ticker vermeldet, dass Ralf Rangnick in Schalke zurücktritt. Burn-Out-Syndrom. Auch ich fühle mich plötzlich schwach. Könnte möglicherweise daran liegen, dass ich heute noch nichts gegessen habe.

9 Uhr 58: Heute bin ich dran, die Blogschau für das Eintracht-Forum zu verfassen. Ich schaue in die Blogs und sehe: Nichts. Schreibe darüber.

10 Uhr 13: Das Hamburger Abendblatt fordert, Lothar Matthäus solle neuer Trainer beim HSV werden. Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. (Wie komm ich denn ausgerechnet heute darauf?)

10 Uhr 27: Hoffer. Lehmann. Gekas. Korkmaz. Bell . Gekas.

11 Uhr 15: Die Auswertung des letzten Spieltags in unserer Rheinhessenliga liegt jetzt vor. Ich dümpele nach wie vor auf dem letzten Tabellenplatz herum. Gestern habe ich bereits meinen Trainer (Magath) entlassen, heute stelle ich einen Eilantrag, und fordere – als einzige Frau unter fünf RHL-Mitgliedern – endlich eine Quotenregelung. Mindestens eine von drei zu vergebenden Medaillien muss an eine Frau vergeben werden, mindestens alle drei Jahr wird eine Frau automatisch zum Meister erklärt.

11 Uhr 21: In Beves Blog gibt es jetzt ein „Heimspiel in Großkrotzenburg“. Leider kein Foto von Caio.

Mittwoch, 21. September 2011

Name ist Schall und Rauch

Es gibt so ein paar Adressen, da will man nicht unbedingt wohnen, schon gar nicht, wenn man – wie ich – selbstständig ist und einer kommunikativen Tätigkeit nachgeht. Vor ein paar Jahren standen wir kurz davor in ein sehr hübsches Häuschen zu ziehen – die Adresse hat uns davon abgehalten. Das Haus stand „In der Sackgasse 5“ und dieser Tatbestand hätte nur noch getoppt werden können, wenn die Straße sich noch dazu im Nachbarort befunden hätte: Sörgenloch.

Ähnliche Vorbehalte hätte ich - obwohl das ungerecht sein mag - gegen Großkrotzenburg. Es liegt südlich von Hanau, direkt am Main. Ganz in der Nähe von Freigericht und Linsengericht, und vielleicht heißt es deshalb so. Wenn jemand Großkrotzenburg kennt, dann vermutlich weil er da wohnt - also einer von immerhin knapp 7.000 Menschen ist - oder weil er den örtlichen, sehr großen Badesee kennt, der auch als „Baggersee Freigericht-West“ bekannt ist. Dort gibt es das Strandbad Spessartblick. Das sieht wirklich sehr schön aus.

Großkrotzenburg wurde 100 nach Christus von den Römern gegründet und ich frage mich, wie es damals wohl hieß. Castellum magnum krotzum? Um 300 wurde der Limes von den Alemannen überrannt, um 500 die verbliebene Bevölkerung von den Franken unterworfen, 850 fiel Großkrotzenburg an den Gaugrafen von Hessen und Ida - die Tochter von Kaiser Otto I. - verschenkte es schließlich im 10. Jahrhundert  an das Kollegialstift zum Heiligen Petrus in Mainz. Dem gehörte es 800 Jahre, bevor es (von wegen Säkularisierung) verweltlicht wurde.

Wenn das Wetter zum Schwimmen zu schlecht ist, kann man in Großkrotzenburg heute noch das alte Römer-Kastell bzw. die erhaltenen Teile davon besichtigen. Oder man kann Rad fahren – z.B. auf dem Limes-Radweg, der – genau wie die Limes-Straße – durch den Ort führt. Und das ist noch nicht alles: Wer mag, kann sich jederzeit die Schleuse und das Wasserkraftwerk ansehen und auf der Brücke, die darüber führt, von Großkrotzenburg nach Kleinkrotzenburg schlendern. Sag noch mal einer was gegen Großkrotzenburg.

Freitag, 16. September 2011

8 (von 34)

Qualität ist wichtig. Kompetenz auch. Lernkompetenz. Sozialkompetenz. Methodenkompetenz. Problemlöse-kompetenz. Harald Schmidt hat  z.B. die Insolvenzkompetenz. Philipp Lahm, Alice Schwarzer und Thomas Anders haben die „Ich schreibe meine Autobiografie“-Kompetenz (na ja, mehr oder weniger). Und was hat die Eintracht? Zweitliga-Kompetenz? Mmh. Ok. Vorübergehend, aber dauerhaft wollen wir uns damit ja ganz sicher nicht einrichten. Und damit wir diese Zweitliga-Geschichte ganz schnell wieder abhaken können, hat die Eintracht noch etwas mehr. Etwas ganz Erstaunliches, ihr werdet es kaum glauben, aber es ist wirklich wahr: Sie hat die Heimspiel-Sieg-Kompetenz. Echt. Ab heute. Trust me. Hiermit erteile ich ausdrücklich die Lizenz zum Siegen.

Heimsieg! Jetzt! Und sonst gar nichts!

Mittwoch, 14. September 2011

Vom Geist, der einst über Frankfurt wehte - Zum 70. Geburtstag von Eckhard Henscheid

Es war zu einer Zeit, in der die Eintracht die Eintracht und Frankfurt noch Frankfurt war, und in der das Wünschen noch geholfen hat. Ror Wolf umkreiste mit Mikrofon und Kassettenrekorder das Trainingsgelände am Riederwald. Auf den Spuren von Horkheimer und Adorno entstand die neue Frankfurter Schule. Über die Grenzen der Stadt hinaus hallte der Ruf der Eintracht als Inkarnation alles Guten, Wahren und Schönen. Die unvergleichliche Symbiose von Geist und Eintracht wurde begründet, die eminent hohe Spielkultur der Frankfurter Eintracht hielt Einzug in Kunst und Literatur. Robert Gernhardt. F.K. Wächter. Chlodwig Poth. Hans Traxler. Der junge Teddy Hecht  – wer kennt sie nicht. Vor allem in den gnadenreichen Hörspielen  von Ror Wolf, aber auch im Frühwerk von Eckhard Henscheid hat die Eintracht ihren festen Platz im Kanon der Weltliteratur. Mehr noch, Ror Wolf und Eckhard Henscheid trugen sogar maßgeblich dazu bei, dass Bernd Hölzenbein seinen Weg in die deutsche Nationalmannschaft fand.

Für immer eingeschrieben in die ewig währende Geschichte der Eintracht, ist Eckhard Henscheids "Hymne an Bum-Kun-Cha". Oh glorreiche Tage, in denen die Hymne sogar über die Anzeigentafel im Waldstadion flimmerte und der Dichter selbst einmal am Mannschaftstraining teilnahm. Zitat:  „Wäre ich ein Kind gewesen, ich wäre gestorben vor Glück.“

Dienstag, 13. September 2011

110

Trotz Internet lese ich gerne und regelmäßig Zeitung. Also, richtige Zeitung zum Anfassen, vor mir ausgebreitet auf dem Tisch, in der Regel abends, ein Moment des zur Ruhe Kommens, irgendwie auch so etwas wie eine kleine unsichtbare Verbindungslinie zwischen mir und meiner Oma, die schon lange nicht mehr lebt, und früher, wenn wir alle schon im Bett lagen, endlich einen Moment für sich hatte, in der Küche beim Lampenschein am Küchentisch saß, noch eine Tasse Blümchenkaffe trank und die Zeitung durchblätterte.

Aber ich schweife ab. Jedenfalls. Ich auch. Abends. Besonders gerne - ich glaube, ich erwähnte das bereits ,-) – den Lokalteil. Immer wieder nett sind da z.B. die Polizeiberichte. Gestern war zu lesen, dass am Wochenende bei der Mainzer Polizei nachts ein Notruf eingegangen sei, dessen Herkunft - ein Ladensgeschäft  – schnell identifiziert werden konnte, der Zweck des Anrufs leider nicht. Zu hören waren lediglich „nicht genau zu definierende Geräusche.“ Eine Polizeistreife machte sich auf den Weg und traf vor Ort auf ein Liebespaar, das sehr intensiv miteinander beschäftigt war und „aus Versehen“ die Notrufnummer ausgelöst hatte.

Sonntag, 11. September 2011

Wem ist die Eintracht?

Wenn es sonst keiner machen will, dann mache ich es. Fällt mir einigermaßen leicht, da ich mich eintracht-mäßig im Moment anscheinend ohnehin in einem Paralleluniversum bewege. Macht nichts, ist nicht das erste Mal, dass ich mich als Eintrachtler allein fühle.

Gestern vor dem Anpfiff  bei der "Pregame-Show" sah ich im Fernsehen im Hintergrund des Sprechers Kinder in rotgelben Lauzi-Kostümen zu Abba-Musik herumhüpfen. Ganz schön mutig, dachte ich, Waterloo schon  vor dem Spiel.

Mein Waterloo oder sagen wir: meine Waterloos mit der Eintracht habe ich - wie viele von uns - schon hinter mir. Damals 1992. Damals in der Saison 2008/09 als Friedhelm Funkel und Alex Meier von den Rängen angerotzt und bespuckt worden sind. Damals, also gestern, in der Rückrunde der letzten Saison, in der ein lustloser Sauhaufen und eine desorientierte Führungsmannschaft mich im Stich gelassen  und mir meine Eintracht weggenommen haben. Ich musste fassungslos und fast bis zum letzten Moment ungläubig dabei zusehen, wie alles zerfallen ist. Ich konnte schreien, hadern, apathisch in mich zusammenfallen, jammern, anklagen, diskutieren, toben, weinen – es hat nichts geändert. Konnte nichts ändern. War – wie ich jetzt weiß – eh alles schon den Bach runter als sie noch so taten, als wollten sie ernsthaft dagegen ankämpfen. Habe es bis heute nicht begriffen, werde es nie begreifen.

Samstag, 10. September 2011

7 (von 34)

In diesem verregneten und kühlen Sommer, der (wie wir jetzt wissen) überdurchschnittlich warm war, hat bei uns die Lausitz eine ganz neue Bedeutung gekommen. Bei Meteorologen scheint „die Lausitz“ nämlich eine Art Wetteroase zu sein. Auf sämtlichen Wetterkarten: Regenwolken, Gewitterblitze, Windböen - nur da hinten,  ganz rechts, im Osten, da gibt es Lichtblicke. „In der Lausitz wird es noch einmal richtig heiß.“ „In der Lausitz ist ein helles Fleckchen.“ „In der Lausitz wird es die meisten Sonnenstunden geben.“ Ich bin sicher, dass heute noch einige weitere dazu kommen werden – aber nur, wenn man ein Adler ist.

Dafür sprechen übrigens weitere Indizien. Bei uns im Ort ist nämlich derzeit Kerb und Samstags – zur Bundesligazeit – findet der traditionelle Kerbeumzug statt. Ungefähr dann, wenn im Radio die Schlusskonferenz läuft, kommt der Zug bei uns am Haus vorbei – und das war in den vergangenen Jahren immer dann, wenn die Eintracht auswärts gespielt und – wichtiger – gewonnen hat. 2009/10: 2:0 in Freiburg. Nach dem 1:0 von Maik Franz in der 68. bin ich kurz zum Zug Kucken raus gewitscht, zum 2:0 von Alex Meier in der 90. war ich (der Zug ist eher kurz ,-) wieder vorm Fernseher. Letztes Jahr war es besonders fein: 4:0 Auswärtssieg in Gladbach.Und da im Zug auch der ortsansässige Fohlen-Fanclub mitfährt hatte unsere kleine Eintracht-Fraktion ganz besonders viel Spaß.

So gesehen kann also heute gar nichts schiefgehen. Und auch sonst: Die Cottbuser ohne Drei und – du liebes bisschen, gute Besserung! – mit einem angeschlagenen Trainer. Wir zwar ohne Schwegler und…mmh… ohne Caio, aber mit Mo und/oder Theo, vielleicht auch mit Rob. Oder doch mit Ümit. Und mit Oka Nikolov, Sebi Jung, Bamba Anderson, Gordon Schildenfeld, Constant Djakpa. Mit Matthias Lehmann, Benny Köhler, Sebastian Rode. Und mit Alex Meier. „Toooor – Meier!“ Um es mit Erwin Strittmatter zu sagen: „Doch, das wird sich mir.“

Auswärtssieg!

Donnerstag, 8. September 2011

Kleines Fußball-ABC - Heute: "M" wie "Masterplan"

Abb. 1
Masterplan, der (sing.), neuerdings auch: (pl. –pläne); neudtsch. für → Konzept bzw. für → kein Konzept. Nicht zu verwechseln mit → Matchplan.

Masterplan urspr. häufig im Zusammenhang mit Stadt- oder Landschaftsplanung. Heute allg. immer dann bzw. immer dort, wenn bzw. wo die Situation angespannt ist und kurz- und/oder längerfristig Planungen angestellt bzw. Entscheidungen getroffen werden müssen. Der Masterplan wird ausgearbeitet, aber nicht erstellt, man hat ihn oder hat ihn nicht, jedenfalls nicht vorliegen. Nicht fußball-affines Anwendungsbsp.: „Der Erdbeerschorsch hat einen Masterplan ausgearbeitet, wie er aus der aktuellen Situation das Beste zu machen gedenkt.“

Die Wortverwendung ist häufig → doppeldeutig, daher irreführend bzw. im Sinne eines → Geheimcodes. Bsp. 1):  „Der hat immer einen Masterplan.“ Heißt (bewundernd): „Der hat immer noch etwas in der Hinterhand.“ Oder umgekehrt (abwertend): „Der hat null Idee von gar nix.“ Bsp. 2): „Wir haben einen Masterplan.“ Heißt: „Wir wissen genau, wie wir das Problem in den Griff bekommen.“ Oder umgekehrt: „Wir haben keine Ahnung, wie das funktionieren soll.“ (vgl. hierzu auch → „Wir stehen hinter dem Trainer.“ Häufig verwendeter Satz, wenn die Entlassung des Trainers unmittelbar bevorsteht.)

Der Masterplan lässt viel Spielraum, um auf unvorhergesehene Situationen so oder auch ganz anders reagieren zu können. Er ist in der Regel → geheim, weil: 1) Damit niemand etwas weiß und die Umsetzung des selbigen verhindern könnte. 2) Damit er immer aufgeht und hinterher niemand sagen kann: Das stimmt ja gar nicht.

Verwandter Begriff: → Plan B

Abb. 1: Beispiel eines Masterplans anno 2011. Hier: Unvorsichtiger Weise kurz vor Ende der Transferperiode am 31. August an die Öffentlichkeit gelangtes Geheimdokument aus dem Umfeld des Zweitligisten → Eintracht Frankfurt.