Freitag, 30. September 2011

10 (von 34)

Sie hießen zunächst Olympia Oberschöneweide, gehörten mal kurz zum Berliner Thor- und Fußball Club (BTuFC) Berlin, wurden dann zur Union, zur BSG Motor, zum TSC und schließlich - neugegründet - zum 1. FC Union Berlin. Sie standen vor dem Bankrott. Waren in all dieser Zeit nicht ohne Liebe und immer eisern. 2.000 freiwillige Helfer haben beim Umbau der Alten Försterei mitgeholfen. Im Sommer fahren sie Drachenboot und im Winter singen sie zusammen Weihnachtslieder. Manchmal - zum Beispiel heute Abend - fährt die Mannschaft nach einem Auswärtsspiel im Zug zusammen mit den Fans zurück nach Berlin. Gut so. Dann können sie sich gegenseitig trösten. Denn:

Gewinnen tut heute abend, ähem, nachmittag, ähem: jetzt gleich, nur eine Mannschaft: Eintracht Frankfurt!

Hier schon mal ein paar Vorschläge für die heute anzustimmenden Gesänge:

1)
2)


3) Oder einfach so:



Sieg - und sonst gar nix!

Donnerstag, 29. September 2011

Was bisher geschah... Die Spieltage 1-9 im Schnelldurchlauf.

(Fast) ein Viertel der Atomaufstiegssaison liegt hinter uns. Eine Saison, in der wir – z.B. Peter Fischer und ich – alles dem sofortigen Wiederaufstieg unterordnen. Die „neue“ Eintracht hat sich konsolidiert, das Spiel und seine tausend Optionen nehmen Kontur an, Mo Idrissou ist „unser neuer Held“, fast so etwas wie Yeboah (au weia), und wenn das gegen Union Berlin so läuft, wie wir alle hoffen, dass es läuft, dann stehen wir nach diesem Wochenende auf einem Platz, den wir dann hoffentlich bis zum Ende der Saison nicht mehr hergeben.

Neun Spieltage liegen hinter uns. Kurz noch einmal zurückgescrollt….

1.Spieltag (Freitag, 15. Juli 2011):
Greuther Fürth - Eintracht Frankfurt 2:3

Der Sommer will kein richtiger Sommer werden. Die Eintracht beginnt die Zweitligasaison, die zur Atomaufstiegsaison werden soll, in Fürth und sie beginnt sie grottenschlecht. Das ist nichts, gar nichts. Von den Neuzugängen stehen Schildenfeld, Lehmann, Hoffer und Djakpa in der Startformation. Fange an Djakpa zu mögen. Zur Pause liegt die Eintracht trotzdem mit 0:2 hinten und fast sieht es so aus als würde sie in der zweiten Liga nahtlos an die Tasmanenrückrunde anknüpfen.

Aber nach der Pause wird alles anders. Direkt nach Wiederanpfiff vergeben die Fürther eine Riesenchance zum 3:0 und danach kippt das Spiel. Die Eintracht wird stärker, die Fürther knicken aus unerfindlichen (für uns erfreulichen) Gründen ein. Alex Meier zeigt, dass diese Saison seine Saison werden kann – er erzielt beide Tore zum Ausgleich. Kurz vor Schluss erzielt der eingewechselte Karim Matmour sogar noch den Siegtreffer. Yeah. Marco Russ zeigt sich nach dem Spiel „glücklich, dass wir das noch gedreht haben“ und kann zu seinem weiteren Verbleib in Frankfurt noch nichts sagen. Danach setzt er sich zu Pierre Littbarski ins Auto und fährt ins Trainingslager der Wolfsburger. Und Tschüss.

Acht Vereine haben ihr Auftaktspiel gewonnen und liegen punktgleich an der „Tabellenspitze“, die Eintracht auf Platz 4.

2.Spieltag (Montag, 25. Juli 2011):
Eintracht Frankfurt - FC St. Pauli 1:1

In der Woche vor dem ersten Heimspiel hat die Eintracht „aus gegebenem Anlass“ einen Verhaltenskodex für Fans veröffentlicht und jetzt wissen wir also, dass wir im Stadion weder rauben, noch morden oder sonstige Gewalt anwenden dürfen.

Montag, 26. September 2011

9 (von 34)

1. Das Spiel:


2. Die Aufstellung:


3. Die Ausgangslage:


4. Klare Sache:


Nichts liegen lassen! Dranbleiben!  3 Punkte holen!  Auswärtssieg!

Sonntag, 25. September 2011

Alles ist relativ

Große Aufregung im CERN in Genf. Dort haben Forscher Neutrinos entdeckt, die auf dem Weg durch die unterirdische Röhre von Genf ins italienische Gran Sasso schneller unterwegs sind als die Lichtgeschwindigkeit. Die Forschungsergebnisse werden jetzt noch einmal gründlich geprüft.  Wenn sie tatsächlich bestätigt würden, wäre die Relativitätstheorie von Albert Einstein in ihren Grundfesten erschüttert.

Unfug. Sagt rotundschwarz. Jedes einigermaßen vernünftige hessische Kind weiß doch sowieso, dass nichts auf der Welt absolut ist – außer der Frankfurter Eintracht. Und dabei bleibt es auch, selbst wenn - nicht nur in Genf -, sondern auch in der CERN-Zentrale in Offenbach irgendjemand (Dr. Seltsam?) am Rad zu drehen scheint. Anders ist das unten abgebildete Neutrino nämlich nicht zu erklären.


Mit Gruß und Dank an den Freund im rheinhessischen Hinterland, der das Neutrino (ganz ohne Teilchenbeschleuniger) in Mainz entdeckt und mich darauf aufmerksam gemacht hat.

Donnerstag, 22. September 2011

Eine wie ich*

Das hat uns (gerade noch) gefehlt.

*** Live-Ticker-Protokoll aus dem Hause rotundschwarz*** Live-Ticker-Protokoll aus dem Hause rotundschwarz***Live-Ticker-Protokoll aus dem Hause rotundschwarz***

7 Uhr 21: Durch den Rolladen flimmert das Morgenlicht. Aus den Weinbergen höre ich das Plopp plopp der Schreckschussanlagen. Die Katze fängt meinen Fußzeh und fiept. Ich stehe auf.

8 Uhr 32: Im Büro. Rufe meine Mails ab. Es sind 17. Drei davon beantworte ich direkt.

9 Uhr 22: Der dpa Ticker vermeldet, dass Ralf Rangnick in Schalke zurücktritt. Burn-Out-Syndrom. Auch ich fühle mich plötzlich schwach. Könnte möglicherweise daran liegen, dass ich heute noch nichts gegessen habe.

9 Uhr 58: Heute bin ich dran, die Blogschau für das Eintracht-Forum zu verfassen. Ich schaue in die Blogs und sehe: Nichts. Schreibe darüber.

10 Uhr 13: Das Hamburger Abendblatt fordert, Lothar Matthäus solle neuer Trainer beim HSV werden. Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. (Wie komm ich denn ausgerechnet heute darauf?)

10 Uhr 27: Hoffer. Lehmann. Gekas. Korkmaz. Bell . Gekas.

11 Uhr 15: Die Auswertung des letzten Spieltags in unserer Rheinhessenliga liegt jetzt vor. Ich dümpele nach wie vor auf dem letzten Tabellenplatz herum. Gestern habe ich bereits meinen Trainer (Magath) entlassen, heute stelle ich einen Eilantrag, und fordere – als einzige Frau unter fünf RHL-Mitgliedern – endlich eine Quotenregelung. Mindestens eine von drei zu vergebenden Medaillien muss an eine Frau vergeben werden, mindestens alle drei Jahr wird eine Frau automatisch zum Meister erklärt.

11 Uhr 21: In Beves Blog gibt es jetzt ein „Heimspiel in Großkrotzenburg“. Leider kein Foto von Caio.

Mittwoch, 21. September 2011

Name ist Schall und Rauch

Es gibt so ein paar Adressen, da will man nicht unbedingt wohnen, schon gar nicht, wenn man – wie ich – selbstständig ist und einer kommunikativen Tätigkeit nachgeht. Vor ein paar Jahren standen wir kurz davor in ein sehr hübsches Häuschen zu ziehen – die Adresse hat uns davon abgehalten. Das Haus stand „In der Sackgasse 5“ und dieser Tatbestand hätte nur noch getoppt werden können, wenn die Straße sich noch dazu im Nachbarort befunden hätte: Sörgenloch.

Ähnliche Vorbehalte hätte ich - obwohl das ungerecht sein mag - gegen Großkrotzenburg. Es liegt südlich von Hanau, direkt am Main. Ganz in der Nähe von Freigericht und Linsengericht, und vielleicht heißt es deshalb so. Wenn jemand Großkrotzenburg kennt, dann vermutlich weil er da wohnt - also einer von immerhin knapp 7.000 Menschen ist - oder weil er den örtlichen, sehr großen Badesee kennt, der auch als „Baggersee Freigericht-West“ bekannt ist. Dort gibt es das Strandbad Spessartblick. Das sieht wirklich sehr schön aus.

Großkrotzenburg wurde 100 nach Christus von den Römern gegründet und ich frage mich, wie es damals wohl hieß. Castellum magnum krotzum? Um 300 wurde der Limes von den Alemannen überrannt, um 500 die verbliebene Bevölkerung von den Franken unterworfen, 850 fiel Großkrotzenburg an den Gaugrafen von Hessen und Ida - die Tochter von Kaiser Otto I. - verschenkte es schließlich im 10. Jahrhundert  an das Kollegialstift zum Heiligen Petrus in Mainz. Dem gehörte es 800 Jahre, bevor es (von wegen Säkularisierung) verweltlicht wurde.

Wenn das Wetter zum Schwimmen zu schlecht ist, kann man in Großkrotzenburg heute noch das alte Römer-Kastell bzw. die erhaltenen Teile davon besichtigen. Oder man kann Rad fahren – z.B. auf dem Limes-Radweg, der – genau wie die Limes-Straße – durch den Ort führt. Und das ist noch nicht alles: Wer mag, kann sich jederzeit die Schleuse und das Wasserkraftwerk ansehen und auf der Brücke, die darüber führt, von Großkrotzenburg nach Kleinkrotzenburg schlendern. Sag noch mal einer was gegen Großkrotzenburg.

Freitag, 16. September 2011

8 (von 34)

Qualität ist wichtig. Kompetenz auch. Lernkompetenz. Sozialkompetenz. Methodenkompetenz. Problemlöse-kompetenz. Harald Schmidt hat  z.B. die Insolvenzkompetenz. Philipp Lahm, Alice Schwarzer und Thomas Anders haben die „Ich schreibe meine Autobiografie“-Kompetenz (na ja, mehr oder weniger). Und was hat die Eintracht? Zweitliga-Kompetenz? Mmh. Ok. Vorübergehend, aber dauerhaft wollen wir uns damit ja ganz sicher nicht einrichten. Und damit wir diese Zweitliga-Geschichte ganz schnell wieder abhaken können, hat die Eintracht noch etwas mehr. Etwas ganz Erstaunliches, ihr werdet es kaum glauben, aber es ist wirklich wahr: Sie hat die Heimspiel-Sieg-Kompetenz. Echt. Ab heute. Trust me. Hiermit erteile ich ausdrücklich die Lizenz zum Siegen.

Heimsieg! Jetzt! Und sonst gar nichts!

Mittwoch, 14. September 2011

Vom Geist, der einst über Frankfurt wehte - Zum 70. Geburtstag von Eckhard Henscheid

Es war zu einer Zeit, in der die Eintracht die Eintracht und Frankfurt noch Frankfurt war, und in der das Wünschen noch geholfen hat. Ror Wolf umkreiste mit Mikrofon und Kassettenrekorder das Trainingsgelände am Riederwald. Auf den Spuren von Horkheimer und Adorno entstand die neue Frankfurter Schule. Über die Grenzen der Stadt hinaus hallte der Ruf der Eintracht als Inkarnation alles Guten, Wahren und Schönen. Die unvergleichliche Symbiose von Geist und Eintracht wurde begründet, die eminent hohe Spielkultur der Frankfurter Eintracht hielt Einzug in Kunst und Literatur. Robert Gernhardt. F.K. Wächter. Chlodwig Poth. Hans Traxler. Der junge Teddy Hecht  – wer kennt sie nicht. Vor allem in den gnadenreichen Hörspielen  von Ror Wolf, aber auch im Frühwerk von Eckhard Henscheid hat die Eintracht ihren festen Platz im Kanon der Weltliteratur. Mehr noch, Ror Wolf und Eckhard Henscheid trugen sogar maßgeblich dazu bei, dass Bernd Hölzenbein seinen Weg in die deutsche Nationalmannschaft fand.

Für immer eingeschrieben in die ewig währende Geschichte der Eintracht, ist Eckhard Henscheids "Hymne an Bum-Kun-Cha". Oh glorreiche Tage, in denen die Hymne sogar über die Anzeigentafel im Waldstadion flimmerte und der Dichter selbst einmal am Mannschaftstraining teilnahm. Zitat:  „Wäre ich ein Kind gewesen, ich wäre gestorben vor Glück.“

Dienstag, 13. September 2011

110

Trotz Internet lese ich gerne und regelmäßig Zeitung. Also, richtige Zeitung zum Anfassen, vor mir ausgebreitet auf dem Tisch, in der Regel abends, ein Moment des zur Ruhe Kommens, irgendwie auch so etwas wie eine kleine unsichtbare Verbindungslinie zwischen mir und meiner Oma, die schon lange nicht mehr lebt, und früher, wenn wir alle schon im Bett lagen, endlich einen Moment für sich hatte, in der Küche beim Lampenschein am Küchentisch saß, noch eine Tasse Blümchenkaffe trank und die Zeitung durchblätterte.

Aber ich schweife ab. Jedenfalls. Ich auch. Abends. Besonders gerne - ich glaube, ich erwähnte das bereits ,-) – den Lokalteil. Immer wieder nett sind da z.B. die Polizeiberichte. Gestern war zu lesen, dass am Wochenende bei der Mainzer Polizei nachts ein Notruf eingegangen sei, dessen Herkunft - ein Ladensgeschäft  – schnell identifiziert werden konnte, der Zweck des Anrufs leider nicht. Zu hören waren lediglich „nicht genau zu definierende Geräusche.“ Eine Polizeistreife machte sich auf den Weg und traf vor Ort auf ein Liebespaar, das sehr intensiv miteinander beschäftigt war und „aus Versehen“ die Notrufnummer ausgelöst hatte.

Sonntag, 11. September 2011

Wem ist die Eintracht?

Wenn es sonst keiner machen will, dann mache ich es. Fällt mir einigermaßen leicht, da ich mich eintracht-mäßig im Moment anscheinend ohnehin in einem Paralleluniversum bewege. Macht nichts, ist nicht das erste Mal, dass ich mich als Eintrachtler allein fühle.

Gestern vor dem Anpfiff  bei der "Pregame-Show" sah ich im Fernsehen im Hintergrund des Sprechers Kinder in rotgelben Lauzi-Kostümen zu Abba-Musik herumhüpfen. Ganz schön mutig, dachte ich, Waterloo schon  vor dem Spiel.

Mein Waterloo oder sagen wir: meine Waterloos mit der Eintracht habe ich - wie viele von uns - schon hinter mir. Damals 1992. Damals in der Saison 2008/09 als Friedhelm Funkel und Alex Meier von den Rängen angerotzt und bespuckt worden sind. Damals, also gestern, in der Rückrunde der letzten Saison, in der ein lustloser Sauhaufen und eine desorientierte Führungsmannschaft mich im Stich gelassen  und mir meine Eintracht weggenommen haben. Ich musste fassungslos und fast bis zum letzten Moment ungläubig dabei zusehen, wie alles zerfallen ist. Ich konnte schreien, hadern, apathisch in mich zusammenfallen, jammern, anklagen, diskutieren, toben, weinen – es hat nichts geändert. Konnte nichts ändern. War – wie ich jetzt weiß – eh alles schon den Bach runter als sie noch so taten, als wollten sie ernsthaft dagegen ankämpfen. Habe es bis heute nicht begriffen, werde es nie begreifen.

Samstag, 10. September 2011

7 (von 34)

In diesem verregneten und kühlen Sommer, der (wie wir jetzt wissen) überdurchschnittlich warm war, hat bei uns die Lausitz eine ganz neue Bedeutung gekommen. Bei Meteorologen scheint „die Lausitz“ nämlich eine Art Wetteroase zu sein. Auf sämtlichen Wetterkarten: Regenwolken, Gewitterblitze, Windböen - nur da hinten,  ganz rechts, im Osten, da gibt es Lichtblicke. „In der Lausitz wird es noch einmal richtig heiß.“ „In der Lausitz ist ein helles Fleckchen.“ „In der Lausitz wird es die meisten Sonnenstunden geben.“ Ich bin sicher, dass heute noch einige weitere dazu kommen werden – aber nur, wenn man ein Adler ist.

Dafür sprechen übrigens weitere Indizien. Bei uns im Ort ist nämlich derzeit Kerb und Samstags – zur Bundesligazeit – findet der traditionelle Kerbeumzug statt. Ungefähr dann, wenn im Radio die Schlusskonferenz läuft, kommt der Zug bei uns am Haus vorbei – und das war in den vergangenen Jahren immer dann, wenn die Eintracht auswärts gespielt und – wichtiger – gewonnen hat. 2009/10: 2:0 in Freiburg. Nach dem 1:0 von Maik Franz in der 68. bin ich kurz zum Zug Kucken raus gewitscht, zum 2:0 von Alex Meier in der 90. war ich (der Zug ist eher kurz ,-) wieder vorm Fernseher. Letztes Jahr war es besonders fein: 4:0 Auswärtssieg in Gladbach.Und da im Zug auch der ortsansässige Fohlen-Fanclub mitfährt hatte unsere kleine Eintracht-Fraktion ganz besonders viel Spaß.

So gesehen kann also heute gar nichts schiefgehen. Und auch sonst: Die Cottbuser ohne Drei und – du liebes bisschen, gute Besserung! – mit einem angeschlagenen Trainer. Wir zwar ohne Schwegler und…mmh… ohne Caio, aber mit Mo und/oder Theo, vielleicht auch mit Rob. Oder doch mit Ümit. Und mit Oka Nikolov, Sebi Jung, Bamba Anderson, Gordon Schildenfeld, Constant Djakpa. Mit Matthias Lehmann, Benny Köhler, Sebastian Rode. Und mit Alex Meier. „Toooor – Meier!“ Um es mit Erwin Strittmatter zu sagen: „Doch, das wird sich mir.“

Auswärtssieg!

Donnerstag, 8. September 2011

Kleines Fußball-ABC - Heute: "M" wie "Masterplan"

Abb. 1
Masterplan, der (sing.), neuerdings auch: (pl. –pläne); neudtsch. für → Konzept bzw. für → kein Konzept. Nicht zu verwechseln mit → Matchplan.

Masterplan urspr. häufig im Zusammenhang mit Stadt- oder Landschaftsplanung. Heute allg. immer dann bzw. immer dort, wenn bzw. wo die Situation angespannt ist und kurz- und/oder längerfristig Planungen angestellt bzw. Entscheidungen getroffen werden müssen. Der Masterplan wird ausgearbeitet, aber nicht erstellt, man hat ihn oder hat ihn nicht, jedenfalls nicht vorliegen. Nicht fußball-affines Anwendungsbsp.: „Der Erdbeerschorsch hat einen Masterplan ausgearbeitet, wie er aus der aktuellen Situation das Beste zu machen gedenkt.“

Die Wortverwendung ist häufig → doppeldeutig, daher irreführend bzw. im Sinne eines → Geheimcodes. Bsp. 1):  „Der hat immer einen Masterplan.“ Heißt (bewundernd): „Der hat immer noch etwas in der Hinterhand.“ Oder umgekehrt (abwertend): „Der hat null Idee von gar nix.“ Bsp. 2): „Wir haben einen Masterplan.“ Heißt: „Wir wissen genau, wie wir das Problem in den Griff bekommen.“ Oder umgekehrt: „Wir haben keine Ahnung, wie das funktionieren soll.“ (vgl. hierzu auch → „Wir stehen hinter dem Trainer.“ Häufig verwendeter Satz, wenn die Entlassung des Trainers unmittelbar bevorsteht.)

Der Masterplan lässt viel Spielraum, um auf unvorhergesehene Situationen so oder auch ganz anders reagieren zu können. Er ist in der Regel → geheim, weil: 1) Damit niemand etwas weiß und die Umsetzung des selbigen verhindern könnte. 2) Damit er immer aufgeht und hinterher niemand sagen kann: Das stimmt ja gar nicht.

Verwandter Begriff: → Plan B

Abb. 1: Beispiel eines Masterplans anno 2011. Hier: Unvorsichtiger Weise kurz vor Ende der Transferperiode am 31. August an die Öffentlichkeit gelangtes Geheimdokument aus dem Umfeld des Zweitligisten → Eintracht Frankfurt.

Mittwoch, 7. September 2011

Oh Boy!

Es sagten:

„Nein, ich kann nicht warten.“ Gerard Depardieu (Schauspieler) bevor er in den Gang eines Flugzeuges pinkelte.

„Sie muss oben geduldiger sein und unten aggressiver."  Michael Deyhle (Trainer von Hammerwurf-Vizeweltmeisterin Betty Heidler) im TV-Interview zwischen dem dritten und vierten Versuch während der WM in Daegu.

"In dieser Woche wird niemand lachend im Training sein." Alex Schur (Trainer der U23 von Eintracht Frankfurt) nach der 0:8-Niederlage seiner Mannschaft beim FSV Mainz 05.

„Keith Richards ist Schriftsteller des Jahres.“ (dpa-Meldung vom  7. September 2011)

„Auch in Mecklenburg-Vorpommern geht eine Wahl nicht ganz ohne Scherz ab." Erwin Sellering, (alter und neuer Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern) in einem TV-Interiew am Wahlabend.

„Lob macht faul.“ David Storl (Weltmeister im Kugelstoßen) zitiert seinen Trainer.

„Wo sind denn die Jungen?“ Armin Veh (Trainer Eintracht Frankfurt) über die Nachwuchssituation des Vereins.

„Der Rasen kommt wieder.“  Marcel Boyé (Business Manager bei der Stadion Frankfurt Management GmbH)

„Du hast nachher noch Zeit, Angst zu haben." Kalle Blomquist (Meisterdetektiv) in einer gefährlichen Situation zu sich selbst.

“Rave on!” Buddy Holly.

Heute wäre sein 75. Geburtstag.

Montag, 5. September 2011

Kleines Fußball-ABC - Heute: "S" wie "Stoßstürmer"

Stoßstürmer, der (pl. die): Nicht eindeutig definierter, aber vielfältig einsetzbarer Begriff für einen (Mittel-)Stürmer, der Tore schießt und/oder köpft, im Unterschied zu Stürmern, die selten oder gar keine Tore schießen und/oder köpfen. Vorbehalte gegen den Begriff werden mitunter durch „Gänsefüßchen“  signalisiert. Im Internet-urkundlich älteste Erwähnung der Stoßstürmers im Jahr 2002: „Sven Demandt soll als Stoßstürmer Ruhe ins Spiel (= von Viktoria Köln) bringen.“ Synonym verwendete Begriffe: „Riese“, Kopfballungeheuer (yellow press), „Hüne“ (veralt.)  „Sturmtank“, „Brecher“ (ugs.). Vereinzelt auch: „Knipser“, bzw. in Kombination „Stoßstürmer mit Knipserqualität“ (Bsp.:  Benjamin Auer, Michael Thurk), gelegentlich jedoch auch als Gegensatz (Bsp.: „Die Zeiten des Knipsers sind vorbei, statt dessen wird mit einem Stoßstürmer gespielt.“)

Grundsätzlich gilt: „Ein richtig guter Stoßstürmer wird immer gesucht, aber die richtig guten sind selten.“  Aber auch: "Der Stoßstürmer ist alles, aber nicht essentiell wichtig für den Erfolg, hat auch ManUtd schon bewiesen", was gut zu wissen ist.